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Thilo Sarrazin: Was wäre, wenn er eine eigene Partei hätte?

Er ist ein Meister der provokanten Worte, seine Thesen und Aussprüche beschäftigen ganz Deutschland, vom kleinen Bürger bis hin zum Bundespräsidenten. Die Erstauflage seines Buches "Deutschland schafft sich ab" von 25.000 Exemplaren war in kürzester Zeit vergriffen.
 
Nach einer Umfrage von Emnid, die von der Bild in Auftrag gegeben wurde, würde sogar fast jeder fünfte Deutsche derzeit eine Partei wählen, deren Vorsitzender er ist. Thilo Sarrazin selbst hat dem Focus gegenüber gesagt, dass er nie ein Mann der ersten Reihe war und das auch nie sein wird. Er habe keine Partei im Sinn, sondern Ideen. Und: Er wolle auch nicht die SPD verlassen, weil er dazu gehöre.
 
Der Vorstand der Bundesbank hatte am Donnerstag Sarrazins Abberufung aus dem Vorstand der Bundesbank in die Wege geleitet. Darüber muss Bundespräsident Christian Wulf entscheiden, der seinerseits am Freitag die Bundesregierung um eine Stellungnahme gebeten hat. Das Parteiausschluß-Verfahren wird angestrebt.
 
Dem Tagesspiegel gegenüber sagte Thilo Sarrazin, dass er in der vergangenen Woche selbst über einen Rücktritt nachgedacht hätte. Aber der gewaltige Zuspruch in Emails und Zuschriften wären Zeichen genug für ihn gewesen, nicht an seine eigene Bequemlichkeit zu denken. Außerdem hätte er vor, das SPD-Parteibuch mit ins Grab zu nehmen.
 
Heute Abend um 21.45 Uhr ist Sarrazin Thema bei Anne Will auf ARD.
 


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    4 Antworten to “Thilo Sarrazin: Was wäre, wenn er eine eigene Partei hätte?”

    1. BLAZIC sagt:

      Herr Sarazin
      Bei uns in Knittelfeld haben Sie viele Anhänger, Sie sind eine Mann von Format.
      Nur weil Sie sich trauen zu sagen, das was andere flüstern geht man so mit Ihnen um!
      Sie sind ein Goßer Mann.

    2. Wilhelm Johann Lanek sagt:

      SPD-Traumdeuter Gabriel, hat sich mit seinen Bemühungen politischen Profit aus der Affäre-Sarrazin zu ziehen, ins Knie geschossen. Freilich ist Herr Sarrazin bei der Definierung seiner Argumente ins Schleudern geraten; dass er andererseits und thematisch mitnichten daneben liegt, erweist die Reaktion der Allgemeinheit. Aber der wahre Jammer am Ganzen ist schon wiederum die Tatsache, dass in diesem Lande niemanden unabgestrafte Meinungsfreheit zugestanden wird. Als Quittung, dass die gesamte Bundesregierung nach unerbitlich vorgegebenen Leitlinien zu denken und zu handeln hat. Stellt sich die Frage, wer da, wie lange noch, an den Fäden zieht. (Rein symbolische gesprochen!)
      Die ganze Widerwärtigkeit um die Politik hebt sich kontinuierlich darin ab, Leute mit abweichenden Meinungen folgenlos diffamieren zu können. Oder klügere Entscheidungen anderer – nur weil es nicht die
      eigenen sind – durchkreuzen zu dürfen. Jämmerlich. Offenbar ist in diesem Zusammenhang auch die hintersinnige Tafelrunde von Bundesbank-Vorstand ins Zwielicht geraten. (Um vom Souverän aller Deutschen ganz zu schweigen!
      Apropos: Wenn schon das Sarrazin-Buch als Dynamit gewertet wird, welche Sprengkraft wäre erst dem
      Buch der Jugendrichterin Heisig zuzubemessen? Aber da traut sich niemand heran. Aus Ehrfürchtigkeit
      vor der unter wahrhaftig mysteriösen Umständen ums Leben Gekommenen, wohl gewiss nicht…

    3. Marti sagt:

      Hoffentlich überlegt Sarrain sich das mit einer eigenen Partei noch anders!

    4. Was bei der Sarrazin-Debatte unseres Erachtens zu kurz kommt: Das Phänomen Sarrazin war nicht nur bei seiner Abstrafung ein Phänomen des Parteienstaates, sondern bereits bei seiner Berufung in die Vorstände der Deutschen Bahn und der Bundesbank:

      http://berlin2011.wordpress.com/2010/09/02/der-fall-sarrazin-ist-ein-fall-des-parteien-staates/

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