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Das Supertalent 2012

Das Supertalent 2012

Fünf junge Mädchen, die Tanzgruppe Tabea, wollen ihre Gelenkigkeit präsentieren, Michelle Hunziker ist ihr großes Vorbild und vor Dieter Bohlen haben sie Respekt. Es ist eine tolle Choreo, die sie wohl selbst geschrieben haben und sie zeigen Körperbeherrschung, Akrobatik und Ästhetik. Das Publikum steht begeistert auf und applaudiert. Thomas Gottschalk hat es sehr gut gefallen, ebenso Michelle Hunziker. Auch Dieter Bohlen lobt, dass das ein guter Auftritt war. Aber – was werden sie machen, wenn sie weiter kommen? Das Gleiche noch einmal? Er wird beruhigt, der nächste Auftritt wird ganz anders werden. Und das können sie auch unter Beweis stellen, denn sie kommen weiter.

Er meint, die Fans bzw. das Publikum müssen entscheiden ob er eine Diva ist. Wenn er sagen würde, dass er gut ist, würde das eingebildet klingen, fürchtet David Torell. Also sagt er lieber, dass er sich bemüht, gut zu sein. Irgendwie hat er kaum Sympathien auf seiner Seite, als er sich vorstellt. Tagsüber arbeitet er im Vertrieb, abends bzw. nachts tritt er in Travestieshows auf. Heute will er sein Supertalent zeigen: er singt. Klassisch kündigt er an. Stimmlage Soprancounter. Und es ist teilweise schon faszinierend. Man sieht einen Mann auf der Bühne und schließt man die Augen, könnte man schwören, eine Frau zu hören. Zwischendurch jedoch männliche Töne und ein paar Grimassen. Es ist nicht einfach, so etwas zu singen als Mann, räumt Michelle Hunziker ein. Wenn es auch Sch…. ist, aber nicht einfach.
Thomas Gottschalk fand es lobenswert, dass David sich anscheinend selbst nicht so ernst nimmt, unterhaltsam ja, Talent nein. Michelle sieht auch kein Supertalent. Und Dieter Bohlen denkt….wenn man die Augen zugemacht hat….dann wurde es auch nicht besser. Auch von ihm ein Nein.

„Wir machen eine Malambo-Tanz“ kündigen Joe und Karel Saly an, es handelt sich dabei um einen argentinischen Tanz, den Tanz der Gauchos, eine Art Steptanz, tanzen in Kombination mit den Boleadoras. Wie Kunstturnen, nur mit Ball, versucht Michelle die Erklärung zu verstehen. Es ist rasant, es ist schnell und es sieht nicht wirklich ungefährlich aus. Als Michelle auf die Bühne geholt wird, scheint sei ein wenig mit ihrer Angst kämpfen zu müssen.
„Famos gemacht, aber braucht man so etwas?“ überlegt Thomas Gottschalk, Michelle fand es neu und schön und Dieter Bohlen glaubt, dass das schwieriger ist, als es aussieht. Aber – er hat das einmal gesehen und das würde auch reichen, von ihm ein Nein. Die beiden wollen beweisen, dass sie noch viel mehr zeigen können und Michelle sagt ja, auch Thomas Gottschalk lässt sich erweichen. Also sind sie in der nächsten Runde.

Sein Talent ist Singen und Gitarre spielen, kündigt Waldemar Felix an, der schon im Vorfeld glaubt, dass es Dieter Bohlen gefallen wird, mal etwas anderes zu hören. Der 32jährige will „Mama“ (Kelly Family) singen und erzählt, dass er früher in seiner Heimatstadt als der „Kellymann“ bekannt war, diese Musik hat ihn einen Teil seines Lebens begleitet. Der Maler und Lackierer würde bei einem Gewinn von 100.000,– Euro die Hälfte davon in sein Haus stecken, einen Teil der Kellystiftung spenden und dann noch einen saufen gehen. Nach dem Auftritt fließen bei dem Kandidaten die Tränen und Thomas meint, allein die Inbrunst mit der Waldemar gesungen hat, ist diesen Auftritt wert. Michelle ist so begeistert, dass sie ihn „diesen großen Bär“ knuddeln muss. Der Poptitan hat bemerkt, dass bei dem Song den Menschen warm ums Herz wurde. Was würde Waldemar beim nächsten Mal machen? Kelly-Family? „Ja klar“. Dieter Bohlen hat Zweifel, Waldemar hätte so die richtige Lagerfeuerstimme, aber dass einen das umhauen würde…… „Hast du eine Gitarre dabei?“ Hat er und stimmt einen Countrysong an. Dieter Bohlen sieht sich bestätigt und meint Nein. Thomas Gottschalk sieht schon jetzt in ihm einen Publikumsliebling und entscheidet sich für Ja und Michelle Hunziker zieht mit.

Simona und Carlo Truzzi sind Schattenspieler, sie zeigen zum Teil Dinge, die man schon kennt, aber auch vieles, was neu ist. Sie stellen Elvis, Michael Schumacher und die Herren der Jury dar, alles im Profil und mit hohem Wiedererkennungswert. Den Zuschauern im Saal hat das augenscheinlich sehr gut gefallen. Einiges davon hat er schon gesehen, aber die Darstellung mit den Gesichtern, das fand Thomas Gottschalk neu und sagt Ja. Auch von den anderen Juroren ein Ja und von Dieter Bohlen einen Spruch. Das würde beweisen, dass man hier auch mit einem Schatten weiterkommen kann.

Masahiro Nagano ist in Deutschland geboren und aufgewachsen. Mit 15 Jahren war er für einige Jahre nach Japan gezogen, um die Kultur und die Sprache zu lernen und war bei dem Beben von Fukushima vor Ort. Einige seiner Freunde wurden Opfer der Tsunamis, für sie will er heute tanzen, denn sie sind in seinem Herzen. Er tanzt eine Mischung aus Crump, Hiphop und Animation, das Publikum ist begeistert. Präzise, kräftig und toll, lobt Thomas Gottschalk und Michelle Hunziker sieht, dass der Kandidat viel trainiert hat und seine Seele in den Tanz gesteckt hat. Nichts zu meckern hat Dieter Bohlen, aber es gibt seiner Meinung nach in dieser Staffel schon sehr viel gute und auch bessere Tänzer. Nein von ihm und Ja von seinen Mitjuroren.

Weiter geht es mit Rafael Cavero, der 38jährige wurde in Peru geboren und ist freiberuflicher Opernsänger. Er ist seit 2005 allein und ohne seine Familie in Deutschland, spricht sehr gut deutsch und will mit seiner Teilnahme bei „Das Supertalent“ einen Traum wahrmachen. Sein großes Vorbild ist sein Vater, der Tenor ist und schwer erkrankte. Rafael singt eine Arie aus "Tosca" und bekommt Standing Ovations und tosenden Beifall. Thomas Gottschalk sieht schon einen Erfolg darin, dass er die Menschen im Saal bewegt hat, aber ist das ein Supertalent? Ja, denkt Michelle Hunziker, denn er berührt die Menschen und Dieter Bohlen sieht in ihm den besten Operettensänger, der je in einer Staffel gewesen ist. Natürlich kommt er weiter.

Nadine Cevok ist Tänzerin und Psychologie-Studentin und kommt mit ihrem weiblichen Bodyguard Yvonne zu „Das Supertalent“. Ein Bodyguard deshalb, weil sie so oft angebaggert wird, weil sie so schön ist, erklärt Nadine. Sie war mehrfach „Miss Unna“. Ihr Talent? Sie kann Tanz, sich rhythmisch bewegen und sehr gut mit dem Po wackeln, das sei ihr Supertalent. Sie hat für den heutigen Auftritt nichts gelernt, nichts geübt, sondern tanzt einfach so. Sie macht sich ein wenig frei und beginnt. Wenig später hört man Buhrufe, Pfiffe und dann mehrfach den Buzzer. Dieter Bohlen hat eine Idee: Nadine könnte Werbung für Cellulitis machen…..Diese wendet ein, dass sie schon ein Kind hat. Michelle ist enttäuscht, Frauen würden alles tun um emanzipiert und glaubwürdig zu sein und dann würde Nadine kommen und alles zunichtemachen. Ein dreifaches Nein.

Einige Kilo zu viel, recht unscheinbar und in einem blauen T-Shirt, so kommt Karlheinz Franz auf die Bühne. Der 48jährige Familienvater ist selbständig im Bereich der Werbebranche und die Liebe zur Musik ist ein wichtiger Bestandteil seines Lebens. Eine Zeitlang hatte er die Musik hintenan gestellt, das hatte bei ihm sogar zu schweren Depressionen geführt. Sein Idol ist Elton John und so setzt sich Karlheinz an den Flügel.
Wenn er reinkommt, denkt man nicht, dass er sich ans Piano setzen wird und so gut singen, meint Thomas Gottschalk. Vielleicht ist nicht Elton John genau das richtige für ihn, sondern eher Lionel Richie, darüber müsse man nachdenken, überlegt Dieter Bohlen. Aber Karlheinz hat das gut gemacht. Für Michelle gibt es nur eine Entscheidung: Sie betätigt den Goldenen Buzzer.

Die „German Silver Singers“, das sind 32 singende Senioren, eine von ihnen ist Ursel Kipp, die ein Lied von den „Toten Hosen“ ankündigt. „Tage wie diese“, unglaublich wie viel Stimmung und gute Laune transportiert wird. Man spürt sogar am Fernseher im Wohnzimmer wie viel Freude alle haben. Thomas Gottschalk hatte viel Spass, Michelle Hunziker ist angetan und Dieter Bohlen bietet an, man könnte vielleicht nachher eine Flasche Melissengeist gemeinsam trinken, zuerst hätte er gedacht, dass da der Fanclub von Thomas Gottschalk auf die Bühne käme. Gefallen hat ihm das, aber ein Supertalent ist es nicht für ihn, also nein. Michelle und Thomas sind anderer Meinung und stimmen mit Ja. Und Thomas Gottschalk freut sich nach dem Auftritt noch über das Funkeln in den Augen der Sänger und er bekennt „Das ist schließlich meine Generation“.

Jean Ferry ist ein Künstler aus Berlin, seine Leidenschaft ist Leiterakrobatik. Imponierend, wie er mit der Leiter umgeht, man hält den Atem an bei seinem Handstand hoch oben auf der kippeligen, wackelnden Leiter und zittert, als sich Jean dort oben mit Hulahoop Reifen quasi fesselt und wieder entfesselt. Sie glaubt, dass er verdient hat, in die Liveshows zu kommen, meint Michelle Hunziker. Eigentlich fand er das gut, sagt Dieter Bohlen, aber…..das war gut…..aber so richtig außergewöhnlich? Dennoch soll er eine Runde weiter wackeln und Thomas Gottschalk möchte die Zusicherung, dass der Kandidat beim nächsten Mal noch eins drauf legt.

Sie war 2010 bei DSDS, sie ist blond, gebürtige Türkin, lebt in Wien und ist seit Geburt blind. Sibel Cam war bei DSDS unter den Top 60 und singt heute „Mama do“ (Pixie Lott). Thomas Gottschalk fand das „unheimlich süß“ und eigentlich müsste die Bewertung ihrer Stimme ohne Einbeziehung ihres Schicksals erfolgen. Geht nicht wirklich, denkt er, weil Sibel auch ein tolles Vorbild ist. Sie würde zu gern eine Ballade von Sibel hören, das wünscht sich Michelle und alle drei geben ein Ja. Dieter Bohlen ergänzt noch, dass niemand eine Platte von Stevie Wonder kauft, weil er blind ist, sondern weil er eine gute Stimme hat.

Stefan Gius tritt im Duell gegen die „Devils“ an, nur eine Performance wird direkt in die Liveshows weiterkommen. Die „Devils“ haben heute weibliche, sexy Unterstützung und geben alles. Schnelligkeit, Akrobatik, Tanz und Rhythmus kombiniert mit magischen, verblüffenden Momenten. Aber auch Stefan Gius sorgt für Erstaunen und Faszination mit seiner Mischung aus Tanz und Kontorsion.
Was meint die Jury? Dieter Bohlen lässt das Publikum abstimmen und die Entscheidung geht eindeutig zu Gunsten von Stefan aus. Da zieht Thomas Gottschalk mit und Michelle entscheidet sich für das Team der „Devils“. Egal was das Publikum entscheidet, denkt Dieter Bohlen, denn er trifft seine Entscheidung allein. Und die sagt Ja zu Stefan!

Von Astera

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