Animal Hoarding – Krankheit oder Tierliebe?

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Krankheit oder falsch verstandene Tierliebe? Was hat es mit Animal-Hoarding auf sich? Wie kommt es, dass Menschen Tiere sammeln? In den USA ist Animal-Hoarding bereits offiziell als Krankheit anerkannt.

Kennzeichnend ist, dass Tiere in großer bis unüberschaubarer Anzahl gehalten werden, ohne dass diese ausreichend versorgt werden können und verwahrlosen. Damit einher geht meist die absolute Uneinsichtigkeit der Tierhalter und der Kampf um das Verbleiben der Tiere vor Ort. Bei der Hälfte der Fälle sind die Halter über 60 Jahre alt und allein stehend und der Vermehrung der jeweiligen Tiere wird nicht entgegen gewirkt. Grenzen im Zusammenleben zwischen Mensch und Tier gibt es keine oder wenig.
 
Die Zahl der Fälle steigt, so wurden in Berlin im Stadtteil Spandau in einer kleinen Wohnung unzählige Wellensittiche gehalten. (1.500 bis 1.700 Vögel). Es hatte klein angefangen, der Halter hatte mehrere Vögel aufgenommen, die sich vermehrten. Eigentlich hatte er bei 20 aufhören wollen und seinen derzeitigen Bestand auf 200 Vögel geschätzt. Er hat zwar nach der Räumung durch das Veterinäramt ein Tierhalteverbot auferlegt bekommen, aber es wird vermutet, dass das nicht eingehalten wird.
 
Gestern in Explosiv wurde über drei weitere Schicksale berichtet. Die 51jährige Berlinerin Beate, Katzenhalterin und Züchterin, die 65jährige Melinda, die auf Haus und Grundstück 88 Katzen hält und Tierhaltung in der Uckermark mit 250 verschiedenen Tieren.
 
Melinda hat ein hartes Leben hinter sich, ist selbst schwer krank und sie hat viele  Katzen krank und verwahrlost aus einem leer stehenden Haus gerettet, ärztlich versorgen lassen und kümmert sich liebevoll um die Tiere, die zu ihrem Lebensinhalt geworden sind.
Ihre Katzen haben ein eigenes Häuschen als Katzenklo, sind durchweg kastriert und werden gebürstet, gefüttert (ca. 20 Dosen Futter und 1kg Trockenfutter am Tag) und sind auch schon im Nachlass berücksichtigt. Hier kann man also nicht von Animal-Hoarding sprechen.
 
Zum Fall in der Uckermark: Tierschützer riefen Polizei und Amtstierarzt, weil sie die Haltung vieler verschiedener Tiere auf einem recht unordentlichen Grundstück als unverantwortlich ansahen, zumal auch einige Tiere zumindest einen kranken Eindruck machten. Als der Tierarzt auf das Grundstück ging, sagte die Halterin „Wir lassen uns hier nicht vertreiben!“ Während die Tierschützer eine Vernachlässigung sahen und Grund zur Beschlagnahmung erkannten, sah der Amtstierarzt erst einmal nur Gesprächsbedarf und die Wahrnahme von Auflagen.
 
Die Berlinerin Beate hat selbst eingesehen, dass sie weder finanziell noch gesundheitlich in der Lage ist, sich um die vielen Tiere in ihrer kleinen Wohnung zu kümmern. Sie hat sich selbst an den Tierschutzverein gewendet und um Hilfe gebeten, wie sie mit den insgesamt 22 Katzen nicht mehr fertig wurde. Es fiel ihr sehr, sehr schwer wenigstens vier ihrer Tiere und zwei Babys abzugeben. Besonders schlecht stand es um die zwei Katzenbabys, die dringend ärztlich versorgt werden mussten. Ein Kater wurde zum Kastrieren mit genommen und kehrt wieder zurück. Zurück blieb eine traurige Katzenzüchterin, die aber einsah, dass es besser so war.
 
Wer selbst dieses Problem hat oder einen derartigen Fall kennt, bekommt bei vielen Tierschutz-Organisationen Hilfe.

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