Michael Jackson Fanbrief – Die WAHRHEIT über den tanzenden Mann oder das GEHEIMNIS des Tänzers

| 30 Kommentare

 

„Bewusstsein drückt sich durch Schöpfung aus. Die Welt in der wir leben ist der Tanz des Schöpfers. Mit jedem Lidschlag kommen und gehen Tänzer, doch der Tanz selbst lebt weiter. In vielen Momenten, während ich tanzte, fühlte es sich so an als ob mich etwas Heiliges berührte. In diesen Augenblicken spürte ich wie mein Geist aufstieg um mit allem Dasein eins zu werden. So wurde ich zum Stern und zum Mond. Ich wurde der Liebhaber und der Geliebte. Ich wurde der Sieger und der Besiegte. Ich wurde der Meister und der Sklave. Ich wurde der Sänger und der Song. Ich wurde der Weise und das Wissen. Ich tanzte weiter, so als ob es der ewige Tanz des Universums wäre. Gott und das Kosmos verschmolzen zu einer allumfassenden Daseinsfreude.
Ich tanzte weiter und tanzte…..und tanzte, bis nur eines blieb…..der Tanz.“

(Michael Jackson 1992 – „Dancing the Dream“ – frei übersetzt)      

Achtung – vieles wirkt in meinem folgenden Brief zunächst vom eigentlichen Thema abweichend – doch um zu verstehen ist es notwendig komplexe Zusammenhänge herzustellen…..

An einer Wand meiner Wohnküche hängt ein sehr seltenes Bild von Michael. Darauf lehnt er in seiner unnachahmlichen, sinnlichen Art an einer Mauer. Die schwarzen Locken fallen ihm auf den Hals und seine sehnigen, riesigen Hände ruhen auf den Oberschenkeln. Er trägt eine Jeans und das weiße Hemd offen bis zum Bauchnabel – sprechende Augen blicken direkt zum Betrachter – irgendwie auffordernd. Darunter eines seiner Zitate:

„And when you dance, dance like there`s no one watching you“

Das erste Mal als ich dieses Bild sah fühlte ich mich direkt angesprochen.
Ich verdiene meinen knappen Unterhalt in der Tanzbranche und darf sagen, dass mir Michael Jackson auch durch seine Art zu tanzen sehr nahe steht. Wohl deswegen habe ich das Gefühl als ob ich in ihm lesen könnte.

Er wurde im Land des Musicals geprägt, wo ein ungeschriebenes Gesetz gleichzeitig die Ausbildung in Tanz, Gesang und Schauspiel verlangte um überhaupt groß werden zu können.
Die Broadway-Filmmusical-Darsteller und später der Musikvideo-Pionier Michael Jackson revolutionierten den Tanz ihrer Zeit und nicht zuletzt katapultierten sie im letzten Jahrhundert Tänzerinnen und Tänzer dahin wo sie heute noch dringend präsent sein sollten:

Auf eine Leinwand!!!

Über den Bildschirm erzielt man den Effekt mehr Publikum zu erreichen als über jedes andere Medium – so vervielfacht sich der Wirkungsgrad und die Werke der Choreographen werden für die Ewigkeit konserviert.
Jedenfalls – den Anfang machte ein Idol aus Michael‘s Kindheit:
Der Entertainer Fred Astaire war – was tanzen betraf – ein wahrer Teufelskerl. Auch er hatte bereits als 5-jähriges Kind, gemeinsam mit seiner Schwester Adele, die Familie durch gemeinsame Auftritte auf Vaudeville-Bühnen ernährt. Anschließend begeisterte er über 40 Jahre lang die Film- und Tanzfans auf der ganzen Welt. Seine beispiellose Karriere machte ihn zur Legende. Michael Jackson widmete ihm sein Buch „Moonwalk“ (1988).

Hier ein paar Kostproben für Leser die Fred nicht kennen:

youtube: Fred Astaire Drum Crazy
  oder: Daddy Long Legs (drums) – Fred Astaire
  oder: Fred Astaire and Gene Kelly The Babbitt and the Bromide

Am Tag nach der Motown 25 – Show (1983) rief Fred Astaire seinen Ziehsohn an und lobte ihn sehr.

„Es war das größte Kompliment, das ich je in meinem Leben bekommen hatte, und das einzige, das ich vorbehaltlos glaubte. Was Fred gesagt hatte, bedeutete mir mehr als alles andere. Später wurde meine Darstellung für einen Emmy Award in der Kategorie Musical nominiert, aber ich unterlag gegen Leotype Price. Es spielte keine Rolle. Fred Astaire hatte mir Dinge gesagt, die ich nie vergessen würde – DAS war Anerkennung genug…… Kurz darauf besuchte mich Gene Kelly in meinem Haus und sagte ebenfalls, dass ihm mein Tanzstil gefiel. Diese Show war ein phantastisches Erlebnis, weil ich das Gefühl hatte, in eine inoffizielle Bruderschaft der Tänzer aufgenommen worden zu sein, und ich fühlte mich deshalb so geehrt, weil ich diese Leute mehr als alle anderen bewunderte.“

„Von allen Künstlern bewundere ich Tänzer am allermeisten, da sie am härtesten arbeiten und am wenigsten dabei verdienen.“

(M.J. in „Moonwalk“, 1988)

Michael Jackson wurde leider erst posthum in die Apollo Legends Hall of Fame des Apollo Theaters in Harlem, New York aufgenommen….. [1]

Mich persönlich fasziniert immer wieder Michael`s Verwandlungsfähigkeit. Ich meine, wenn ich z.B. die Bühnenchoreographien „Jam“ und „Will you be There“ miteinander vergleiche, bin ich jedes Mal davon elektrisiert mit welcher Vielfalt Michael sich inbrünstig mitteilen konnte. Wobei ich zugeben muss, dass er in einigen seiner Videos eher steril wirkt – in der Live-Performance – so glaube ich – konnte er sich erst vollständig entfalten.

„Beim Tanzen und Singen werden mein Körper und mein Geist inspiriert. Ich glaube, dass Gott mich inspiriert, so als würde er eine Nachricht übermitteln wollen."

Viele seiner Choreographien entwarf Michael selbst:

„Ich mache einfach einen Schritt und gehe dann wohin mein Körper mich führt.“

"Wenn ich tanze, dann weiss ich als Tänzer, dass ich die Klänge, die Musikbegleitung interpretiere. Wenn ein Bass den Rhythmus bestimmt, wird man zum Bass, bei einem Cello, einem Streichinstrument, tanzt man ganz leicht dahin. Man verkörpert Emotionen, die in den Klängen stecken. "

Er war kein ausgebildeter Tänzer, vielmehr eine Art Ausdruckstänzer – eine durchtrainierte Naturgewalt – bei ihm kam alles direkt aus dem Bauch. Multitasking erreichte an ihm eine neue Dimension.

Michael über den „Moonwalk“:

"Der Moonwalk kam von diesen wunderbaren, schwarzen Kindern, die im Getto leben, in den Innenstädten. Das sind begnadete junge Tänzer, die die ganzen Bewegungen in sich tragen. Sie entwickeln diese Tänze. Ich habe das dann nur noch ein wenig ausgebaut!"

Am besten gefallen mir Sequenzen wo sich scheinbar unkontrollierte Bewegungen in Lichtgeschwindigkeit jagen um sich dann fast brutal im Akzent zu entladen – der „schwarze Gürtel“ in asiatischer Kampfkunst gab ihm dabei die Note. Genau, Mr. Jackson hätte sich auch ohne Bodyguards wehren können…..
Er sezierte und studierte seine Vorbilder wie es alle Kreativschaffenden tun („Beobachten ist eines meiner Hobbies“) und entwickelte seinen eigenen Stil ohne die Handschrift seiner Meister (z.B. James Brown – youtube: JAMES BROWN PERFECT DANCE) zu verleugnen. Wer sich mit den frühen, amerikanischen Musicals beschäftigt wird Liebeserklärungen daran z.B. in folgenden Kurzfilmen MJ`s finden:

„Moonwalker“ ( mit John Lennons Sohn Sean in einer Hauptrolle) ,
Eine meiner Lieblingssequenzen ist das „Kaninchen-Pas de deux“- ich liebe es! Es ist für mich der Inbegriff dessen wie Michael Musik tänzerisch in Kommunikation umsetzte. Die Choreographie und Inszenierung für „Smooth Criminal“ (welche im „Cotton Club“ spielt), stellt für mich eine Hommage an den Tänzer „Bill Robinson“ dar. Mr. Robinson (youtube: Mr. Bojangles) wurde u.a. durch zahlreiche Auftritte im originalen „Cotton-Club“ berühmt.

„Bad“ (Longversion !) ,

„The way you make me feel“
(Michael stellt solange einem Mädchen nach bis er sie mit der „ich singe und tanze solange für dich bis du mich willst“ – Methode erobert – vergleichbar mit „Isn`t it a lovely day to be caught in the rain ? “ in dem Film „Top Hat“ – wo Fred Astaire bei Ginger Rodgers mit der gleichen aufdringlichen Frechheit schließlich Erfolg hat).

Wer „West-Side-Story“ kennt wird sich an die „Jets“ erinnern – vergleichbar z.B.: „Beat it“!

„Die Phantasie ist das größte Werkzeug eines Künstlers. Sie kann einen sowohl in eine bestimmte Stimmung als auch in eine andere Welt versetzen“
(MJ)

Der Ursprung von Kreativität liegt also auch in der Erschaffung einer eigenen magischen Welt – einer Parallelwelt!
Mich begeistern ausführliche Recherchen über die Giganten der Motorik und deren Persönlichkeiten. Was hat sie angetrieben, was dachten – was fühlten sie und weshalb war ihnen das Tanzen Lebenselixier?
Wo bleiben eigentlich die mutigen Regisseure, die versuchen sollten den Tanz aus den dunklen Ecken der kleinen und großen Theater, Plattformen und Opernhäuser in z.B. gefühlsgetragene Filme einzubinden, um die Ernsthaftigkeit dieser außerordentlich komplexen Kunst der ganzen Welt zu zeigen?
Liebe Produzenten – nehmt euch ein Beispiel an „Billy Elliot“ (2000);
an Wim Wenders neuem Film „Pina“ 2011;
oder am jüngsten Bühnenwerk des Choreographen Rasta Thomas:

„Rock the ballet“
(The Amazing Boys Of Dance 2010 – Bad boys)
Rock und Ballett? Die Hits von Lenny Kravitz, U2, Prince und Michael Jackson auf der einen und die faszinierende, streng normierte Körpersprache des klassischen Balletts auf der anderen Seite? Spaß und Kunst? Unüberbrückbar schien die Verbindung zwischen diesen beiden Gegensätzen. Umso beeindruckender ist der gewaltige Donnerschlag, mit dem sich diese Spannung fulminant in dieser spektakulären Tanz-Show entlädt! Hier verschmelzen Rock und Ballett zu einer leidenschaftlichen Affäre – hochexplosiv, rasant, humorvoll, sexy, dynamisch. Zuweilen scheinen die jungen Männer aus New York sogar die Gesetze der Schwerkraft zu brechen jubelt die renommierte Neue Zürcher Zeitung; als würde man das Beste von Baryschnikow, Bruce Lee und Michael Jackson auf die Bühne bringen schwärmt Entertainment Tonight. Eine betörende Verführung für ein junges Publikum. (Kritik 2010).
Wobei ich selbst anmerken muss, dass für mich deren anschließende DVD-Verfilmung ein Schuss in den Ofen darstellt. Nur Live kommunizieren die „Bad Boys“ authentisch.

„Das Ballett ist ein Mann!“

(Maurice Bejart – er zählt wie Fred Astaire und Michael Jackson zu den mutigen Männern die den Tanz für ihr Geschlecht innovativ gefordert und gefördert haben!)

Mütter, die ihre Söhne zum Tanzunterricht schicken werden mir beipflichten – Stigmatisierung folgt auf dem Fuß. Auf Kommentare von Familienangehörigen und Freunden muss man nicht lange warten – wie: „Hast du keine Angst, dass er dabei schwul wird?“
Aber eine Antwort auf meine Frage wie genau sich diese „Metamorphose“ vollziehen soll hat auch keiner…. Dann müssten doch weltweit alle Männer – bis auf die deutschen – homosexuell sein…….
Und zweitens – mit Verlaub – selbst wenn – Hallo????
Laut einer Studie spiegelt der durchschnittliche, prozentuale Anteil homosexueller Männer in Tanzcompanies lediglich deren homosexuellen Anteil in der Gesellschaft…
In den Schulen werden Buben, die sich als Hobby das Tanzen aussuchen spätestens ab der 3. Klasse systematisch gehänselt und auf die feigste Art gemoppt. Ja, meine Damen und Herren – so arm ist es mit der Intelligenz und Toleranz in der breiten Masse bestellt. Keinesfalls leiden wir unter einem Mangel an Betonköpfen sondern unter einem fatalen Mangel an männlichem Tänzernachwuchs – was zur Folge hat, dass es wiederum nur wenige männliche Tanzlehrer gibt – vor allem im Fach „Künstlerischer Tanz“. Für die Jungs wäre es jedoch wichtig männlichen „Tanzvorbildern“ nacheifern zu können. Ein Teufelskreis also! Michael Jackson machte im letzten Jahrhundert das Tanzen eindeutig zur Männersache – was mit Sicherheit nicht jedem gefiel…..

Und liebe Väter :
vielleicht liegt es an Euch die Buben dazu anzuhalten tanzen zu lernen – gerade um ein ganzer, anmutiger Kerl zu werden. Welcher „hyperaktive“ Junge ist nicht eigentlich zum tanzen geboren um seine Energien durchdacht zu lenken und dabei seine Synapsen zu schließen? Denn man weiß es längst:
Tanzen macht schlau, es fördert die seelische, geistige und körperliche Gesundheit und ist das beste Mittel gegen Einsamkeit.

Von Anfang an litt Michael unter den Verleumdungen, (die nicht zuletzt aufgrund seines Tanzstils entstanden) er wäre „asexuell“, ein „Weichei“, ein „undefinierbares Geschlecht“, etc. Diese Stempel wurden ihm von „Weißen“ aufgedrückt, denn für einen Afroamerikaner sind tanzende Männer eine Selbstverständlichkeit und eben genau das Gegenteil von unmännlich. Für die engstirnigen Zeitgenossen jedoch passte das dumme Gerede natürlich prima in das Bild welches sie sich ansonsten gerne von Michael machten…..
Selbst der introvertierte Familienmensch Fred Astaire war der Presse seinerzeit ausgeliefert und frustriert über die unseligen Schlagzeilen die z.B. lauteten: „Astaire hat eine Affäre mit seiner Tanzpartnerin Ginger Rodgers“; „Rita Hayworth ist die heimliche Geliebte von Fred Astaire“, etc… Und das, obwohl offensichtlich war, dass Fred seiner Frau Phyllis stets treu blieb.
Es stellt sich die Frage weshalb überhaupt ausgerechnet Tänzer über ihr Sexualleben falsch eingeordnet und daraufhin erniedrigt werden?
Michael konnte die Diskriminierung männlicher Tänzer nicht verstehen und fühlte sich in seiner Ehre regelrecht gekränkt. Er wusste, dass öffentliche Stellungnahmen dagegen nichts nützen würden – im Gegenteil – es würde sich eher noch verschlimmern. Sein Instinkt sagte ihm, dass und was er dagegen tun sollte und so machte er, um ein unübersehbares Zeichen zu setzen, den berüchtigten „Griff in den Schritt“ zu seinem Markenzeichen. Dieser sollte zunächst lediglich frech auf den „Kerl“ hinweisen – sicher ziemlich provokant – jedoch irgendwie wirkungsvoll … Später wurde daraus ganz gezielt unter anderem ein Affront gegen den weißen Mann, welcher Angst um die weiße Frau hatte!

Auffallend war die tänzerische Aussage der öffentlich missbilligten Panthersequenz a.d. Musikvideo „Black and White“, 1991, wo Michael Jackson u.a. Elemente des indischen, mythologischen Traditionstanzes „Odissi“ (MJ fühlte sich dem indischen Volk sehr nahe[2]) verarbeitete. Die auffallende Symbolik (die von Michael exzessiv zerschlagen wird) und dazu Michael`s körperliche Botschaften darf man durchaus auch als Kampfansage gegen die Schattenmacht deuten. Wie ich schon einmal erwähnte war MJ es ein für alle Mal leid, sich vorschreiben zu lassen was er singen und wie er performen sollte. Nun tat er genau das Gegenteil von dem was von ihm erwartet wurde und lehnte sich mit Brachialgewalt auf! Sich zu beugen kam für jemanden, der sich als Kind tapfer gegen die Prügel seines gnadenlosen Vaters wehrte, nicht in Frage…..

Laut „Kaya Yanar“ ist der Bezug zum eigenen Gemächt von Nationalität zu Nationalität sehr unterschiedlich:
Männer im romanisch sprachlichen Raum würden sich z.B. eher öffentlich sichtbar darüber definieren als deutsche Männer.

Ich bin mir ziemlich sicher, dass vieles, was sich Journalisten über Michael Jackson zusammenfantasierten auf unbewusste Eifersucht zurückzuführen war. Denn wenn die Medien es geschafft hätten ihn als „Neutrum“ dastehen zu lassen, wäre er zumindest für die weiblichen Fans bei weitem nicht so interessant gewesen.

Fußnote 2:
Michael Jackson erhielt den Bollywood Movie Award in “Contribution to Global Music and Entertainment” bei der ersten Bollywood-Movie-Award-Verleihung 1999 im Nassau Coliseum in New York. Nachdem Michael die Bühne verlassen hatte, hatte Indiens Superstar Shah Rukh Khan seinen Auftritt.

Hier die Rede von Michael Jackson in deutscher Fassung:

„Ich danke sehr für die Ehre, die mir heute Abend zuteilwurde. Ich habe immer daran geglaubt, dass das wirkliche Maß für Erfolg nicht der Grad der Berühmtheit ist, sondern was man mit diesem Ruhm und Vermögen tut. Besonders in der heutigen hoch technischen Gesellschaft stehen Aufmerksamkeit und Reichtum einer prominenten Persönlichkeit oft in einem enormen Missverhältnis zu seinen oder ihren Errungenschaften.
Heute kann man buchstäblich über Nacht auf der ganzen Welt berühmt werden, und diese Art der Aufmerksamkeit kann schwer zu handhaben sein. Aber ich habe auch gelernt, dass ein derartiger Ruhm auch ein ungeheuer effektives Mittel sein kann, um Aufmerksamkeit auf einen würdigen Anlass zu lenken und Kräfte zu mobilisieren.
Ich wurde mit so viel gesegnet und hatte die Gelegenheit, so viel zu tun wie nur wenige andere. Aber ich glaube, dass es mehr ist als nur eine Gelegenheit, es ist eine Verpflichtung.
Ich fühle, dass es verantwortungslos, gewissenlos und egoistisch wäre, die Früchte meines Talents für mich allein zu ernten und mich allein daran zu erfreuen. In diesen Tagen von so großem Reichtum und Fortschritt — und was wir alles tun können — schmerzt es mich, daran zu denken, dass wir so wenig für unsere Kinder tun.
Auf eine gewisse Weise fühle ich, dass ich es nicht verdiene, einen Preis zu erhalten für etwas, das meine Pflicht ist. Ich nehme diesen Preis entgegen als Geste der Ermutigung des Indischen Volkes und der Kommission, noch mehr für die Menschheit zu tun. Ich liebe euch sehr.
Mahatma Gandhi wusste wie wichtig es war, die Aufmerksamkeit der Welt darauf zu richten, für Indien Freiheit zu erlangen, ohne dabei irgendwelche Waffen zu benutzen. Auf manche Weise war er die erste Person, die wirklich die Wichtigkeit und Macht der Öffentlichkeit verstanden hat. Er war immer eine Inspiration für mich, und es bereitet mir umso größere Freude und Stolz, von seinem Volk anerkannt zu werden. Ich bin heute hier Inspiration für meinen Hinduja — Mr. Hinduja und deine liebe Familie, ich liebe euch sehr. Wir sind auf der gleichen Mission; der Welt Frieden zu bringen. Ich liebe euch alle, danke.“

In der „HisStory“- Ära 1996 musste Michael leider erneut große Ungerechtigkeiten verarbeiten. In dieser Phase fegt er eher autistisch und durchdacht über die Bühne – da kann man die erschreckende, unmittelbare Veränderung feststellen, die auf dem Grund der Psyche jenes Mannes vorging. Enttäuscht und traumatisiert durch den unmenschlichen Rufmord seitens der Medien, seit ca.1993, zogen er und seine Tänzer tatsächlich den Schluss, die Vorurteile gegenüber MJ basierten auch auf dessen ureigenen Art zu tanzen:

Denn wer sich so bewegen konnte musste pädophil, zwitterhaft, oder sonst irgendwie seltsam sein…! Aus diesem typischen Tänzerstigma entwickelte sich mangelnde Bereitschaft weiterhin „Labilität“ oder „Emotionalität“ künstlerisch nach außen zu tragen. Um sich zu schützen hieß es also auf das, was eigentlich einen wahrhaftigen Künstler auszeichnet fortan zu verzichten. Ebenfalls nachvollziehbar mit den Alben „HisStory“; „Blood on the Dance-Floor“ und „Invincible“ 2001. Die Angst vor Verrat und sich schutzlos ein weiteres Mal preiszugeben wurde übermächtig . MJ und seine Tänzer motivierte es nur noch mehr als die ganze Welt scheinbar gegen sie war. Sie gruben das Kriegsbeil aus!

Übrigens:
Die vier ausgebildeten (z.B. Alvin Ailey-School) Bühnentänzer,
„LaVelle Smith jr.“, „Eddie Garcia“, „Randy Allaire“ und „Jamie King“ , die Michael auf seinen gigantischen Welttourneen am längsten begleiteten, gelten heute mit als die erfolgreichsten und gefragtesten Choreographen in den Fächern Jazz-Dance, Hip-Hop, Street-Jazz und Jackson-Dance-Style.

Demonstratives Gebaren auf der Bühne folgte zermürbendem Schmerz. Der überaus talentierte „Junge von nebenan“ war aufgewacht, erwachsen und zugleich zornig geworden – dementsprechend wurde nicht nur seine Körpersprache resoluter, sondern signalisierte beißenden Widerstand.
Leider mit diesem Hintergrund kaum beachtet – die Entstehung ungewohnter Schöpfungen mit aufschlussreichem, beunruhigendem Inhalt:

Scream (plus Musikvideo mit Janet Jackson) ; D. S.; Money; Childhood (plus Musikvideo); Tabloid Junkie; HIStory (plus Musikvideo); They don`t care about us (plus Musikvideo); Stranger in moskow (plus Musikvideo); Earth Song (plus Musikvideo); Unbreakable; Privacy; Threatened

Gerade wenn es um Michael Jackson geht sollte man genauer auf die Texte hören und seine Videos eingehender betrachten – er hatte sich angewöhnt dort wichtige, teils verschlüsselte Botschaften einzubauen. Sowohl Botschaften über seine seelischen Nöte und deren Ursachen als auch über Beobachtungen bezüglich der niederträchtigen Hintergründe seiner Zwangslage .

"Die Message, die ein Künstler mit Hilfe seiner Songs verbreitet, ist sehr wichtig. Ich behaupte, dass der Song wichtiger ist als der Interpret… Es ist wichtig, ein gutes Beispiel zu geben, da viele Kinder nachahmen, was man tut. Manche Künstler haben mehr Einfluss als Präsidenten oder Politiker. Man muss da sehr vorsichtig sein. Als Marvin Gaye sein Album "What`s Going On?" herausgebracht hat, haben viele, vor allem Schwarze, eine Entdeckung gemacht. Marvin Gaye singt: "Wacht auf. Was ist los?". Leute, die keine Nachrichten sehen, keine Zeitungen lesen, verstehen nicht zwangsläufig, was in der heutigen Zeit vorgeht. Marvin Gayes Message hat vielen Menschen die Augen geöffnet. Ein Künstler kann im Verlaufe seiner Karriere einen derartigen Einfluss auf die öffentlich Meinung erlangen, so dass er durch seine Handlungen und Gedanken die Welt ändern kann. Deshalb muss man positive Wellen aussenden. Und deshalb liebe ich auch, was ich mache…" (MJ)

Seit ca.15 Jahren kann man beobachten wie, nicht nur in der Popmusik- sondern auch in der restlichen Kunstbranche unter anderem auch der Tanz für sexistische und andere fragwürdige Zwecke missbraucht wird, was zur Folge hat, dass Kids, welche betreffende Musik hören oder Clips sehen nicht mehr „tanzen“ sondern sich dazu ausschließlich lasziv räkeln und das nicht mal besonders kreativ . Die Identifikation mit den Interpreten spielt, wie immer, bei Kindern eine sehr große Rolle. Spielt man also dagegen etwas wie „They don`t care about us“ verändert sich offensichtlich bei den jungen Tänzern die Assoziation, die dann ohne Umschweife in Ausdruckstanz umgesetzt wird. Ich muss hier mal etwas ausholen um genauer zu beschreiben was ich anspreche.Damit mir so etwas wie Prüderie nicht nachgesagt werden kann, schildere ich vorbeugend welche Einblendungen ich für Kinder als angemessen erachte:

Zwei Verliebte umarmen und küssen sich. Innig flüstern sie sich Zärtlichkeiten zu und geben sich verschworene Signale.
Beide streicheln sich gegenseitig über das Haar oder über andere neutrale Körperteile. Die Umarmungen können gerne inniger werden, wobei die romantische Grenze eingehalten werden muss…. Siehe z.B. „The way you make me feel“ – Video – (MJ).
Im Clip von „This is it“ sieht man ein kleines Mädchen welches in einem Wald einen Schmetterlingsschwarm bestaunt und ihm hinter springt. Die Idylle des naiven Wesens wird bald bedroht durch riesige, furchteinflößende Waldrohdungsmaschinen. Im letzten Moment schafft es das Kind einen letzten Baumtrieb auszubuddeln und zu retten…..

Folgende Szenen wiederholen sich dagegen in heutigen Musikvideos, die den Kleinen heutzutage jederzeit zugänglich sind weil deren Gefahren von Erziehungsberechtigten unterschätzt werden:

In Großaufnahme ein verkehrtes Kreuz auf dem kahlrasierten, nackten Venushügel einer nackten Frau.
Wie Regenwürmer übereinandergestapelte , nackte oder halbnackte Frauen und Männer, die sich alle gleichzeitig „ganz furchtbar lieb haben…. (oder sogar eindeutiger)“
Sadomasochistische, satanistische „Outfits“, und deren Praktiken.
Immer wieder die Einblendung von Satanssymbolen.
Andeutungen von Opfern – auch Kinderopfer.
Gespielte Folterszenen, Straftaten – ausgeübt von Mann oder Frau.
Extreme pornographische Szenen.
Blutiges Herz, präsentiert auf einem Satinkissen (ich frage mich wessen Herz …) bei gleichzeitiger Sarginszenierung….
Etc. etc. etc.

Mit anderen Worten – würde man sich tatsächlich mal richtig bewusst machen was da unter dem Deckmäntelchen „Popkunst“ vor allem Kindern gezeigt wird, dann müsste einem doch speiübel werden? Aber vielleicht sind wir inzwischen so abgestumpft, dass wir alles und das immer mehr einfach schlucken?

Gerne würde ich die Namen der dazugehörigen „Künstler“ nennen – damit sie sich ein Bild machen können – aber dann heißt es ich wäre nicht neutral. Sie können davon ausgehen, dass es sich um die erfolgreichsten Popikonen unserer Zeit handelt. Brauchen diese beschriebenen Inszenierungen um von nichtvorhandenen Inhalten oder Dilettantismus abzulenken? Nein, die Ursache liegt viel tiefer, denn es steckt eine manipulative Absicht dahinter. Die Künstler wissen das meistens selber nicht – sie tun nur was man ihnen vorschreibt.
Und in dem Wissen, dass diese unheilvollen Präsentationen tagtäglich per Medien sogar bis in die Zimmer unserer Kinder gelangen, frage ich mich – was sollen die Kleinen mit jenen Botschaften eigentlich anfangen und wie werden sie sie verarbeiten? Welche Fantasien sollen da in ihnen eigentlich geweckt werden? Wie wird dadurch die Einstellung zur Sexualität und zur Kunst geprägt? Sicher nicht positiv. Fragt man einen Neurologen kann man von folgender Antwort sicher ausgehen: „Das kindliche Gehirn speichert die tägliche Bilderflut ab und es stellt sich erstmal ein Gewöhnungsfaktor mit unabsehbaren Spätfolgen ein……“ Und da fragt ihr euch noch warum so viel amoralische, kranke und brutale Verhaltensweisen existieren? Entschuldigung – den Freibrief dafür bekommt man doch heute täglich im Fernsehen und im Kino!!
Wozu sich Kinder an so etwas gewöhnen sollen? Es gibt eine Antwort darauf, doch die werde ich hier und heute nicht geben.

Wie bitte – ich übertreibe? Hallo ! Ich finde eher DIE übertreiben! Inzwischen hege ich einen derartigen Abscheu gegen die Popindustrie und deren Produkte weil ich mir täglich ansehen muss welchen seelischen Schaden die Kinder davontragen. Noch dazu fällt offensichtlich keinem auf was hier passiert! Was das alles mit Michael Jackson zu tun hat? Na, selbst er musste sich immer wieder seine „künstlerische Freiheit“ bitter erkämpfen – aber dazu komme ich noch…..

Mal was anderes:
Geht man davon aus, dass der Ursprung des Tanzes in der Kategorie Balz- bzw. Fruchtbarkeitsritual zu suchen ist, erscheint eine Fallstudie (2010) des britischen Tanzforschers Peter Lovatt als schlüssig:
Im Laufe eines Experiments wurden Frauen unterschiedlicher Altersgruppen tanzende Männer mit ungefähr gleicher Statur vorgeführt (Disco). Die Damen sollten nun den für sie erotisch Interessantesten auswählen. Der Großteil der Frauen bezeichnete jene Männer als die Anziehendsten welche gleichzeitig die impulsivsten Tänzer waren und wie sich später im Labor herausstellte auch noch den vergleichsweise höheren Testosteronspiegel nachgewiesen bekamen. Also die Männer, die tänzerisch nicht auffielen, was wohl ebenso chemisch begründet war, hatten die schlechteren Chancen Frauen auf sich aufmerksam zu machen. Peter Lovatt ist es gelungen zu beweisen, dass es zwischen „Tänzern“, Männlichkeit und dem Partnerwunsch der Frauen einen Zusammenhang gibt. Beherzte Tänzer gehen als Sieger hervor und werden von Mutter Natur eindeutig durch und durch als Mann definiert. Es bleibt die Frage offen, ob Männer ihre Wirkung auf die Damenwelt nicht allgemein gerade durch das Tanzen verbessern könnten. Bekannt ist, dass über die tänzerische Bewegung der Beckenboden stärker durchblutet und dessen Muskulatur trainiert wird, was wiederum bedeuten könnte, dass sich dies auf den Testosteronspiegel positiv auswirkt (nur so eine These von mir – genau wie die, dass man dies sicher auf die Damen übertragen könnte)….
Ich finde eben geschilderte Tatsachen sollten sich Menschen voller Vorurteile und Klischees, Tänzern gegenüber, mal auf der Zunge zergehen lassen….

Aber jetzt mal zurück zu unserem Michael – es ist klar was das bedeutet, oder?

1. Mr. Jackson hatte gesunde Instinkte und wurde durch sie gut beraten.
2. Millionen weiblicher Fans unterlagen zu keinem Zeitpunkt einer „Täuschung“!

Jetzt weiß ich schon was viele denken: „Einerseits regt sie sich über die sexistische, jugendgefährdende Popmusikbranche auf indem sie immer wieder darauf herumreitet – andererseits aber fände sie es gut, wenn Männer beim Tanzen ihre Beckenbewegungen verfeinern würden um eine erotischere Wirkung auf Frauen zu haben.“

Mir geht es ganz einfach um den feinen Unterschied: Tanzen oder den Satan anbeten, um die Botschaft und die Einhaltung moralischer Grenzen. Ich bitte sogar darum, dass der angezogene, tanzende Mensch jedes Körperteil, egal wie, bewegen darf ohne gleich bei Moralaposteln in Ungnade zu fallen.
Ja, ich finde die einzige Gelegenheit für einen Mann gleichzeitig seine Kraft, seine Schönheit und seine Seele zu zeigen ist der Tanz!
Aber unseren Kindern täglich seltsamerweise größtenteils mithilfe von weiblichen Akteuren vorzuführen was in kranken, düsteren Ideologien entstanden ist, schreit doch nach Boykott und fügt nicht nur der Kunst erheblichen Schaden zu! Ich finde Alice Schwarzer sollte sich lieber darum kümmern als um ihre ominöse Wichtigtuerei bzgl. den Fall Kachelmann…

In der Tanzbranche zeichnet sich also in den letzten 15 Jahren eine Art Emotionslosigkeit, Schamlosigkeit und Gleichheit ab. Der individuelle Ausdruck des Gegenteils von Gleichgültigkeit bleibt auf der Strecke – überzogene, abstrakte Körperlichkeit breitet sich aus, während die Existenz von Seele und Spiritualität verleugnet wird. Als ich die Tänzer von „This is it“ das erste Mal sah atmete ich regelrecht auf….

Wer die Inszenierung von Tänzern missbraucht, um sie mit abstoßenden, dämonischen Störungen von Sexualpräferenzen oder Satanismus in Verbindung zu bringen, hat für mich ganz klar gegen jede Form von Ethos verstoßen. Hoffentlich werden wir der dumpfen Verseuchung der Tanzkunst nicht widerstandslos begegnen, um dem Berufsstand und dem Tänzernachwuchs den Weg in eine positive, erhellende Zukunft zu sichern.

Auf der ganzen Welt gab und gibt es keine Kultur, die nicht das Thema „Tanz“ für beide Geschlechter beinhaltet.
Die ethnische Entwicklung am Beispiel der afroamerikanischen Kultur (wie Soul) rechtfertigt, daß Gesang und Tanz ohne Männer zu keinem Zeitpunkt denkbar war und ist. Dies wurde ihnen gottseidank schon von deren Mamis in die Wiege gelegt.

„Meine ersten Erinnerungen an sie (Mama Katherine) waren, wie sie mich im Arm hält und mir Lieder wie „You are my Sunshine“ und „Cotton Fields“ vorsingt.“ (MJ)

Musik und Tanz sind die Brücken von Tradition zur Moderne.
So zeigen ebenso die „Huxtables“ in fast jeder TV-Folge ihrer beliebten „Bill Cosby“- Serie der Welt, dass Tanzen und Singen für die Sozialisierung enorm wichtig ist und dass musische Orientierung einen unersetzlichen, gesellschaftlichen Wert darstellt. Wenn wir über Chris Tucker in Rush Hour lachen, bewundern wir gleichzeitig seine Leichtfüßigkeit in den kurzen Tanzeinlagen. Und wenn wir uns über Will Smith in „Prince von Bel-Air“ amüsieren, lassen wir uns von seiner Musikalität anstecken.

Michael über seine Eindrücke während einer Afrika-Reise:

"…Aber die Rhythmen, die Musik und die Menschen haben mehr als alles andere meine Aufmerksamkeit auf sich gezogen. Die Rhythmen sind einfach unglaublich, man wird sich darüber klar, wenn man sieht wie sich die Kinder bewegen. Selbst die Babys haben Musik im Blut, wenn sie Trommeln hören. Der Rhythmus geht durch Geist und Körper. Das gilt ebenso für die Schwarzen in Amerika."

„Niemand bewegt sich so faszinierend wie Michael Jackson!“ (John Landis ,Thriller Regisseur 1982 )

„…Doch er wird langsam warm, und dann kommt auch noch der Moonwalk. Das ist der Augenblick, in dem die berüchtigte Magie einsetzt. Die war sogar im Kino am Potsdamer Platz in Berlin zu spüren und brachte eine kleine Offenbarung mit sich: Jackson scheint Synästhetiker gewesen zu sein, ein Mensch, bei dem sich die Sinnesebenen vermischen.
Wenn Jackson Musik hört, bewegt er sich. Er fühlt Musik im wahrsten Sinne des Wortes. Töne sind für den Mann, der nur 50 Jahre alt wurde, besetzt mit Bewegungsabläufen, und nur wenn beides im Einklang ist, bricht aus dem schüchtern lächelnden, hinter Sonnenbrillengläsern versteckten Gesicht ein Lachen. Das war für manche Menschen im Publikum geradezu ein Schock: Wir müssen uns Michael Jackson als glücklichen Menschen vorstellen – solange er auf der Bühne stehen durfte.“ (Der Stern 2009 – „This is it“)

Michael`s Tanzstil kann man nur bewältigen wenn man eine hohe „Isolationsfähigkeit“ (Technik um verschiedene Körperteile voneinander unabhängig zu bewegen) besitzt. Falls sie einem nicht angeboren ist kann man gezielt dafür trainieren. Profitänzer arbeiten täglich in speziellen Einheiten (Placement) jeden Tag daran ihr „Zentrum“ (befindet sich im Rumpfbereich) zu stabilisieren. Das starke Zentrum und eine flexible Wirbelsäule sind sozusagen die Schlüssel zum erfolgreichen Tänzer, die Ausdrucks- und technischen Möglichkeiten können so erheblich erweitert werden. Die Kraft kommt also aus dem Bauch.

Auszug:
Die Nacht, in der der König starb – zum Tod von Michael Jackson

„Wer ihn mal, und sei es aus vielen Metern Entfernung bei einem Stadionkonzert, auf der Bühne gesehen hat, wird diesen Anblick nie vergessen: So bewegte sich niemand sonst (außer den Michael-Jackson-Imitatoren, die das bis in alle Ewigkeit versuchen werden). Als kompakte Einheit, aus der einzelne Glieder schneller hervorschossen, als man blicken konnte, wirbelte Michael Jackson über die Bühne. Funktionslose Schnallen an der Kleidung, Manschetten, ein einzelner Handschuh machten ihn optisch zum Cyborg.

Das Hochwasser seiner Hosen, in denen sich die Beine marionettenartig à la Fred Astaire bewegten, verdeutlichte immer seinen fehlenden Bodenkontakt: Zwischen Jackson und der Welt gab es eine Art persönliches Magnetfeld, über das er – aber nur er – gleiten konnte. Jackson machte diese Fähigkeit mit seinem "Moonwalk"-Tanz, bei dem er rückwärtsgehend so tat, als würde er vorwärtsgehen (und umgekehrt), zu seinem Markenzeichen.

Ein weltferner Tänzer

So zackig und präzise seine Bewegungen waren, so akzentuiert war sein Gesang, der auch in den höchsten Lagen trocken und kontrolliert wirkte. Zusammen bildeten diese Ausdruckstechniken ein hochenergetisches Feld, dessen Ekstase man sich nicht entziehen konnte. Bei aller Intensität wirkte Michael Jackson weltfern und zerbrechlich: Wenn dieser Tänzer auf Widerstand stößt, so dachte man beim Zusehen, würde er wohl einen Kurzschluss erleiden oder zerbröckeln, als wäre er aus Zuckerguss.“ (Süddeutsche, 26.6.2009)   

Viele haben über Michael geschrieben er wäre ein weltferner, nahezu schwereloser Tänzer gewesen. Ich kann das nicht so sehen – auf mich wirkte er wie eine Verbindung zwischen Himmel und Erde. Die Arme himmelwärts strebend – seine Füße wie auf unerträglich heißem Boden. Eine männliche „Carmen Amaya“ – ein „Gitano“(andalusischer Zigeuner) – Michael, der verkappte Flamencotänzer, kündigte jede Drehung mit einer gewaltigen „Yamada“ an. Er holte aus, wirbelte mehrmals um seine Achse um dann punktgenau mit jener legendären Wucht, die jedem den Atem verschlug, wie versteinert innezuhalten.
Am Beispiel der kretischen Männer oder der andalusichen „Gitanos“ (die eine sehr lange Tanztradition ihr eigen nennen dürfen) ist überliefert, dass sie immer schon tanzten um sich den Frauen zu „zeigen“. Da wir gerade beim Thema „fahrendes Volk“ sind – es ist ihnen sicher geläufig, dass jenes, welches unendliche, musische Talente birgt, bis heute diskriminiert wird.
Jüngstes Beispiel: Menowin Fröhlich.
Aha, Begabung bei gleichzeitiger rassistisch motivierter Benachteiligung scheint wohl nicht nur den „Schwarzen“ vorbehalten zu sein…..

Ein bemerkenswerter Fan schildert, welche Bedeutung Michael Jacksons Tanzstil für ihn hat:
„Für mich bedeutet Tanz die Überwindung des Todes. Ich glaube was Michael besonders macht, ist sein einzigartiger Stil, auch wenn er von anderen beeinflusst wurde.
Jeder seiner Schritte ist schon eine Pose für sich, das unterscheidet auch seinen Tanzstil von denen die in Schulen gelehrt werden. Bei ihm ist Bewegung oft auch gleichzeitig Ausdruck. 
In folgendem Video ist dies deutlich zu sehn und mit niemandem auf der Welt zu vergleichen – eine große Inspiration! Durch Coolness und Genialität kaum zu übertreffen, das Video ist über 20 Jahre alt, bis heute aber genial:
youtube: Michael Jackson dancing – EXTREMLY RARE FOOTAGE (80s)

Michael lebte unsere Kindheitsträume, tanzte so wie jeder von uns gerne tanzen würde, ein Künstler von Kopf bis Fuß – es hört sich verrückt an – aber für mich ist er erst Künstler dann Mensch. Er war mit seinem Genius identisch und völlig frei von Blockaden. Ein Instrument des Göttlichen, der Natur. Weil all das durch ihn floss war er immer kreativ, und dies machte seinen Stil aus. Wir sind alle einzigartig, individuell, Michael aber lebte ständig in diesen Sphären und war sich gleichzeitig der Realität bewusst. Man muss allerdings sagen, dass er mit viel Talent auf diese Welt kam. Wichtig ist was man daraus macht, Talent allein bringt niemanden weiter!“ (Hishii – 2011)

Vor ca. 25 Jahren eroberten sich also junge Männer dank MJ`s Legitimierung den gleichberechtigten Platz auf den Tanzflächen, wo sie sich uns endlich zeigen durften ohne den Status des „ganzen Kerls“ aufgeben zu müssen. Im Gegenteil sogar – schüchterne Jungs, die tanzten wie Michael, verwandelten sich vor unseren Augen in äußerst begehrenswerte Objekte. Leider ist der Aufbruch dieser verwegenen „Freiheitskämpfer“ von damals wieder eingeschlafen und wir treffen heute nahezu keinen mehr der Manns genug ist sich auf dem Dance-Floor zu tummeln. Eher volltrunken oder „dicht“ daneben…….

„Enough For Today“:

Tanzproben können bis nach Mitternacht dauern, aber dieses Mal hörte ich um zehn auf. "Ich hoffe, es macht dir nichts aus" sagte ich und blickte auf, "aber für heute ist es genug."
Aus dem Kontrollraum fragte eine Stimme: "Bist du in Ordnung?" „Ein wenig müde, schätze ich" sagte ich.
Ich schlüpfte in eine Windjacke und machte mich auf den Weg den Flur hinunter. Hinter mir ertönten schnelle Schritte. Ich war ziemlich sicher, wem sie gehörten.

"Ich kenne dich zu gut" sagte sie, als sie mich eingeholt hatte. "Was ist wirklich los?"
Ich zögerte. "Weißt du, ich bin nicht sicher, wie das klingt – aber heute sah ich ein Bild in der Zeitung. Ein Delfin hatte sich in einem Fischernetz verfangen und ist ertrunken. An der Art, wie sein Körper in den Schnüren verwickelt war, konnte man so viel Qual erkennen. Seine Augen waren leer, doch noch immer war da dieses Lächeln, das ein Delfin nie verliert, selbst wenn er stirbt…" Meine Stimme verklang.

Sanft legte sie ihre Hand in meine. "Ich weiß, ich weiß."
"Nein, du weißt noch nicht alles. Es ist nicht nur, dass ich traurig war, oder mir der Tatsache bewusst wurde, dass ein unschuldiges Wesen sterben musste.
Delfine lieben es, zu tanzen – unter all den Geschöpfen im Meer ist dies ihre Besonderheit. Sie verlangen nichts von uns, sie tollen in den Wellen herum, während wir staunend daneben stehen.
Sie eilen den Schiffen voraus – nicht um als Erste ans Ziel zu gelangen, sondern um uns zu erzählen: 'Es ist alles nur ein Spiel. Bleib auf deinem Kurs, aber tanze dabei.'
"Und so stand ich da, mitten in der Probe, und dachte: 'Sie haben einen Tänzer getötet.' Und da schien es mir das einzig Richtige zu sein, meinen Tanz zu beenden.
Es liegt nicht in meiner Macht, Tänzer davor zu bewahren, getötet zu werden…aber zumindest kann ich innehalten, um seiner zu gedenken, von einem Tänzer zum anderen. Macht das für Dich Sinn?"

Ihre Augen blickten mich zärtlich an.
"Natürlich, in gewisser Weise. Wir werden wohl viele Jahre warten müssen, bis sie alle sich einigen, wie man dieses Problem lösen kann. So viele verschiedene Interessen sind darin verwickelt. Aber es ist zu entmutigend, zu warten, ob es morgen vielleicht besser wird. Dein Herz wollte sich jetzt mitteilen."
"Ja" sagte ich und schob die Tür für sie auf.
"Ich hatte nur einfach dieses Gefühl, und ich denke, für heute ist es genug." (Auszug aus Michael`s Gedichtband „Dancing The Dream“)


„Ich weiß, mein Schicksal ist, anderen zu zeigen, dass diese Stille, dieses Licht, dieser Segen mein Tanz ist. Ich nehme dieses Geschenk nur an, um es weiterzugeben. „Schnell, gib“, sagt das Licht. Wie nie zuvor versuche ich zu gehorchen.“
(Michael Jackson)


Für Michael bedeutete Tanzen weit mehr als die Musik zu spiegeln. Es war für ihn wie ein Gebet, Kommunikationsmittel und Medium. Er hatte der Welt etwas zu sagen und wollte dies künstlerisch umsetzen.

»How can we know the dancer from the dance«, fragt der irische Romantiker William Butler Yeats
in seinem Gedicht Amongst Schoolchildren

„So bin ich“ – Tanz ist die Rhetorik des Körpers:
Das gesprochene Wort macht gerade mal 3 Prozent der zwischenmenschlichen Kommunikation aus. 97 Prozent der Verständigung laufen hingegen im nonverbalen Bereich. Dies bedeutet, dass es anstelle des Inhalts vielmehr darauf ankommt, WIE etwas ausgedrückt wird. Gestik, Mimik, Tonfall, aber auch Husten, Räuspern und Klatschen sowie Schmuck und Kleidung – vieles spielt bei der zwischenmenschlichen Kommunikation eine große Rolle. (Auszuge aus e. Zeitungsartikel)

Jeder kennt ihn – den sogenannten „Freudentanz“ . Doch es gibt auch andere Gründe sich dafür zu erheben. Michael war sich der seelenheilenden Wirkung von Tanz durchaus bewusst:

„Yes, i feel better when i dance!“

Der Tanz versetzte in seiner Urform stets in Ekstase und brachte den Tänzer in eine andere Welt. (Auszug aus e. Zeitungsartikel)
Noch ein Effekt, der mit Sicherheit unsere Urahnen dazu bewog sich zu Musik zu bewegen:
Tanzen macht heiter! Er dient nicht nur dazu Ängste, Sorgen und Traumen zu verarbeiten sondern auch um sie wenigstens vorübergehend „abzuschütteln“.

Da fällt mir die Geschichte von Alexis Sorbas ein. Sie erinnern sich bestimmt an die Szene wo Alexis vom Tod seines einzigen Sohnes erzählt und dass er damals nicht anders konnte als aufzustehen und zu tanzen. Angefüllt von unerträglicher Trauer und Qual war er wie besessen von dem Zwang aufzustehen und solange exzessiv zu tanzen bis er zusammenbrach. Und später dann die Szene der beiden am Strand : Alexis Freund, der verkopfte Schriftsteller, der kurz zuvor mit ansehen musste wie seine Geliebte erstochen wurde – als Opfer von Eifersucht und Intrige – bittet ihn flehend:
„Lehre mich das Tanzen !“

Wer von Michael persönlich wissen will welche Bedeutung seine Kunst für ihn hat:
youtube: Michael Jackson – Epitome Of Artistry

„Ich liebe die ganze Welt des Tanzes, weil tanzen tatsächlich Emotionen mittels Körperbewegung freisetzt. Und wie auch immer du dich fühlst, dein Innerstes wird durch die momentane Stimmung nach außen getragen.“ (Michael Jackson)

Tanz hat sowohl mit Expression als auch Impression zu tun, beim Tänzer selbst als auch beim Betrachter: „Fühle – und zeige dass du fühlst!“
MJ lebte, ja er „verkörperte“ Emotionalität und rüttelte so unbewusst an unsere eigene.
Seine Körpersprache war der Fundus eines Mannes der zeitlebens von großer Gefühlstiefe durchdrungen war.

Michael Bearden, musikalischer Leiter THIS IS IT:
„ In meinem Beruf trifft man sehr viele Leute. Ich kenne keinen anderen Menschen der von so tiefen Gefühlen zehrt wie Michael!“

Ist es Tanz
ist es Theater
oder einfach nur
Leben
Liebe
Freiheit
Kampf
Sehnsucht
Freude
Verzweiflung
Versöhnung
Schönheit
Kraft
(Im neuen 3D-Film von Wim Wenders „Pina“ , 2011)

„Ich glaube, dass Musik das wilde Tier besänftigt. Wenn du Zellen unter das Mikroskop legst und Musik anstellst, kannst du sehen, dass sie sich bewegen und anfangen zu tanzen. Es beeinflusst die Seele.“ (Michael Jackson)
Es heißt:
Mehr als jede andere Kunstform berührt und verändert Tanzen die Seele des Menschen.

„Tänzer können für Musik viel tiefere Gefühle entwickeln als Zuhörer – Musik ohne Tanz ist reizlos.“ (Eduardo Garcia – Bandoneonspieler für Tango-Argentino)

Trotzdem – oder gerade deswegen – wird in der westlichen Gesellschaft der Tanzkunst nach und nach die Lebensgrundlage entzogen. Gerade in den letzten Jahren gewinnt man den Eindruck, dass der Versuch unternommen wird negative Aufmerksamkeit darauf zu lenken und populäre Künstler für Ideologien auszuschlachten und falls sie nicht „mitmachen“, zu schwächen. Man muss es sich ungefähr so vorstellen wie zu Hitler`s Zeiten – da hat sich nichts geändert sondern verschlimmert, denn heute wird äußerst subtil vorgegangen um potentielle Gegenwehr gar nicht erst aufflammen zu lassen.
 
Nehmen wir z.B. den neuen Streifen „Black Swan“, welcher für mich eine bösartige Falle für die Tanzbranche darstellt. Man kann auch in Dinge, von denen man nichts versteht, hineininterpretieren oder durch entsprechende Bilder dem Konsumenten etwas einreden – implantieren. So etwas nennt man Manipulation. Warum „Black Swan“ die Menschen manipulieren soll? Denken sie nach. Tanz ist eine Kunstform. Sie müssen nur in der Geschichte zurückgehen. Wie erzeugt oder verstärkt man bei Menschen ein bestimmtes Bewusstsein? Genau – durch großangelegte Propaganda! Und wie man sieht – „Black Swan“ hatte riesige Publicity, großen Erfolg und Zustimmung beim Publikum. Zugegeben – das Kernthema darin ist nicht vorrangig der Tanz aber (nebenbei!) wurde erreicht, ein klischeehaftes, schlechtes Licht auf die Kunst und derer Gefährten zu werfen.
Dabei bietet doch gerade das Tanzen dem Menschen eine Möglichkeit innere Zerrissenheit, die jedem Menschen innewohnt, oder seelische Qualen, die jeder Mensch erleidet, durch Hingabe und Leidenschaft in den Griff zu bekommen. Nicht umsonst gibt es eine Therapieform in Verbindung mit Tanz – Definition:
Die „Tanztherapie“ ist eine psychotherapeutische Disziplin aus dem Bereich der künstlerischen Therapien. Der frei improvisierte Tanz dient dem individuellen Ausdrücken, Verstehen und Verarbeiten von Gefühlen und Beziehungen. Der Tanz, als jede Art von Bewegung mit kreativem Ausdruck und Kommunikation, ist der Kernbestandteil der Tanztherapie, die sich in den 40-er Jahren in den USA entwickelte. (Wikipedia)

Byron Garcia ist der Leiter des Cebu Provincial Detention and Rehabilitation Center (CPDRC) auf den Philippinen. 1500 Häftlinge sind in seinem Hochsicherheitsgefängnis untergebracht. Bis vor wenigen Jahren gab es ständig Schlägereien oder Dealereien, die Wächter trauten sich kaum in die Zellen. Bis der findige Garcia eine neue Methode ausprobierte.
Er schickte die Häftlinge in ihren orangefarbenen Overalls kurzerhand alle zusammen in den Hof und ließ über die Lautsprecher Michael Jackson laufen. Dazu eine zierliche Choreografin und fertig sind die Tanzvideos aus dem Gefängnis. Das Programm selbst heißt Culture of Discipline at CPDRC und soll den Häftlingen neues Selbstvertrauen geben. Das zahlt sich aus. Es soll angeblich heute viel weniger Übergriffe geben. Das macht den Direktor so stolz, dass er die Tanzvideos gleich selber auf Youtube stellt. Die Choreografie zu Michael Jacksons «Thriller» etwa wurde schon über 20 Millionen Mal angesehen. (Basler Zeitung, 5.2.2011)
Youtube: Dancing Inmates Michael Jackson

Ich kann die Quintessenz von „Black Swan“ also nicht teilen. Jeder Beruf bringt seine Tücken, Konflikte und auch Opfer mit sich. Wie ist es bei Profi-Sportlern, Krankenschwestern, Stahlarbeitern, etc……Ich bin der Auffassung, dass Tänzer solange für den „Satan“ unantastbar bleiben, bis sie missbraucht werden. In den meisten Tänzern sehe ich die Unschuld eines Kindes und die lebensbejahende Stimme des Universums.

Wer sich darüber informieren will wie „Black Swan“ in der professionellen Tanzwelt ankommt – hier ein Interview mit dem Chef des Hamburger Balletts John Neumeier:

http://www.abendblatt.de/kultur-live/article1762460/Primaballerina-Natalie-Portman-Der-Schwan-im-Wahn.html
oder der Leserbrief von: Ivan Liška, Direktor des Bayerischen Staatsballetts:

http://www.tanznetz.de/forum.phtml?page=showthread&aid=88&tid=19280

Als Alternative zu „Black Swan“ – hier der „reale“ Tänzernachwuchs aus der Profi-Tänzer-Perspektive :

http://www.harlequin-prixdelausanne.com/en/harlequin-click2win-contest

Vielleicht ist folgender mit ein Grund, weshalb in unserer Gesellschaft tanzende Männer so unerwünscht sind:
Die berühmte Angst vor Gefühlen – sensibilisierte Männer kann man nicht mehr so leicht für verbrecherische Gewalt (z.B. Krieg) instrumentalisieren. „Männlich“ ist er ja – der Tänzer – wie wir jetzt wissen – aber zu brutaler Willkür kann man ihn nicht mehr programmieren. Und da Tanzen bekanntlich die Cleverness fördert, ist diese Kunstform bei den Machthabern sehr unbeliebt – für sie ist es „entartete Kunst“. Es könnte ja passieren, dass diese komplexe Bewegungsform die Menschen gar zu selbstständigem Denken oder zu mehr Mitgefühl und Gewissen hinlenkt. Mitgefühl, Gewissen und Moral sind unbequem und die größten Feinde eines totalitären Systems – solche Anwandlungen bei Menschen müssen um jeden Preis verhindert werden. Wer Kreaturen ohne Emotionen mit Affenmentalität (nichts hören, nichts sehen, nichts sagen) erzeugt, gelangt ohne Umwege zur Macht.

Ja – diese ganzen Zusammenhänge haben einen menschenverachtenderen Hintergrund als wir wahrnehmen – all dies wusste Michael Jackson – was erklärt, weshalb er u.a. von der Maffia der Musikindustrie unter Druck gesetzt wurde. Irgendwann fing er auch noch an hinterm Rednerpult öffentlich über teuflische Machenschaften hinter den Kulissen aufzuklären. Er tat dies ebenso als Sprachrohr seiner ausgebeuteten Kollegen. Kein anderer Künstler unserer Zeit wagte es, sich derart tapfer und soweit aus dem Fenster zu lehnen. Trotz jahrzehntelanger Versuche, ihn mittels der Medien vor seiner Fangemeinde und der Öffentlichkeit unglaubwürdig zu machen hatte er immer noch zu viel Einfluss und hörte nicht auf ungebrochen von LIEBE zu reden. Sogar in die Oxford-Universität wurde er eingeladen um darüber zu referieren. Der Versuch ihn mundtot zu machen spornte Michael an sich noch mehr zu spreizen – er wurde immer offensiver („Wenn er etwas wollte konnte er sehr trotzig sein…“ – Lisa-Marie Presley).

„Wenn ich das Gefühl habe, dass etwas nicht stimmt, kann ich dazu nicht schweigen. Ich weiß, dass die meisten Menschen mich nicht für ausdauernd und willensstark halten, aber das liegt nur daran, dass sie mich nicht kennen“ (MJ)

Es ist dokumentiert, dass Michael Jackson wusste wie weit er gegangen war. Ebenso dokumentiert ist, wie er mehrmals davon gesprochen hat, dass er und seine Kinder von gewissen Machtelementen bedroht werden ……! Diese Informationen werden der Allgemeinheit vorenthalten, doch wenn man ernsthaft danach sucht findet man sie.
In einem seiner letzten Interviews (unten) antwortete Michael auf die Frage zu welchem Lied seines letzten Albums „Invincible“ er den größten persönlichen Bezug herstellen würde: „Unbreakable“. Um diese Antwort zu verstehen müsste man jedoch erstmal den Text und die Umstände kennen – nicht wahr? Uns wird jedoch über die Medien täglich nur Thriller, Beat it und Billie Jean untergejubelt, so als wären dies die einzigen Songs, die Michael Jackson komponiert hat. Dabei hat er unermüdlich versucht seine Mitmenschen über brisante, hochexplosive Texte zum Nachdenken anzuregen!
Eines seiner letzten Interviews:

http://www.jackson.ch/forum/viewtopic.php?f=4&t=701&sid=d74ca533290aca1f9f9e78aae905db6b

Wie bitte – wir leiden doch hier gar nicht unter einem „totalitären System“? Noch nicht (der Leidensdruck ist bloß noch nicht groß genug) – aber bald – falls sie wachsam genug sind – werden sie feststellen, daß die Unterdrückung zunimmt. Vergessen sie nicht – sie haben es schon öfter als einmal getan! In unserer westlichen Welt zeichnet sich ab, dass wir auf dem besten Weg von Scheindemokratie in eine versteckte Diktatur sind. Denn obwohl global immer mehr Länder demokratisiert werden nimmt paradoxerweise weltweit die Einschränkung der Meinungs- und Pressefreiheit zu. Was wir dagegen tun können? Z.B. sich besser informieren, damit man die richtigen Entscheidungen treffen kann; andere aufklären; ziviler Ungehorsam und MJ`s message an die nächste Generation weitergeben! Liebe ist eine große Kraft, die wir einsetzen können. Denn die Despoten oder heimlichen Despoten, die unsere Brüder, Väter und Freunde für ihre abscheulichen Kriege rekrutieren wollen, warten nur darauf, dass wir uns gegenseitig die Köpfe einschlagen (so hat es „Bob Marley“ einmal formuliert).

Fazit:
Ein Mensch fragt Gott: „Weshalb schickst du niemanden der die Welt rettet?“
Antwort: „Das hab ich doch – dich!“
Wenn die Masse der menschlichen Geschöpfe nicht zum Fortbestehen einer unbestechlichen, wahrhaftigen Tanzkunst und der Kunst an sich beiträgt, so läuft sie Gefahr ihre wichtigsten Werte aufs Spiel zu setzen.
Tanz ist die ursprünglichste Form elementarer Informationsübertragung und noch viel, viel mehr! Das Göttliche, oder eine übergeordnete, moralische Instanz, welche sich uns durch den Tanz mitteilt, will uns sagen, daß wir zuerst unsere eigenen, wahrhaftigen Gefühle zulassen müssen um kommunikations- und liebesfähig zu sein – bedingungslos liebesfähig. So wie eine Mama ein Kind, ohne Erwartungen (z.B.: Leistungen) zu stellen, in dem Moment in ihr Herz schließt als es nackt das Licht der Welt erblickt. Ohne Umschweife schließt sie es sofort in die Arme und stillt es. Eine physische Reaktion – ein Liebesbeweis der keine Worte braucht. Genauso einfach appelliert die nonverbale, eben rein körperliche Sprache der Tänzer unterschwellig an unsere Verantwortung und an unsere Fähigkeit zu Mitgefühl. „Liebe deinen Nächsten wie dich selbst“ (Jesus von Nazaret). It´s all for L.O.V.E!

„Tanzt, tanzt sonst sind wir verloren“ (Pina Bausch)

Wim Wenders 2011 zu seinem Film über die Choreographin Pina Bausch „Pina“:

„Mich hat Bewegung als solche vorher nie berührt.
Ich habe die immer als gegeben vorausgesetzt.
Man bewegt sich eben. Alles bewegt sich.
Erst durch Pinas Tanztheater habe ich gelernt auf Bewegungen, Gesten, Haltungen,
Gebärden, Körpersprache zu achten.
Und diese dadurch erst achten gelernt.
Und jedes Mal aufs Neue, wenn ich über die Jahre Pinas Stücke gesehen habe,
viele zum wiederholten Male,
habe ich, oft wie vom Donner gerührt,
das Einfachste und Selbstverständlichste neu als das Bewegendste überhaupt
zu sehen gelernt.
Welcher Schatz unseren Körpern innewohnt, sich ohne Worte mitzuteilen,
und wie viel Geschichten erzählt werden können, ohne dass ein Satz gesagt wird.“

Infos: www.pina-film.de

Achtsamkeit und Empathie für unsere Mitmenschen hat als Resultat, dass wir nicht mehr dazu bereit sind anderen Leid zuzufügen sondern ihnen zuhören und beistehen wollen.
Das ist der Grund weshalb Michael Jackson`s Tänzer den Namen: „Army of Love – Soldaten der Liebe“ tragen. Legionen von Kriegern – doch ohne Waffen – Botschafter des Lichts.

Deshalb – liebe Mitmenschen – before you judge them, try hard to love them.

youtube: Michael Jackson's Army of Love
oder: Army of Love – Michael Jackson Fans United Worldwide

„Ich glaube leidenschaftlich an die Macht der Massenunterhaltung und habe beobachtet, wie sie – mit positiven Botschaften – helfen kann, die Probleme, denen wir ins Auge sehen, zu erleichtern, einschließlich das Leiden der Kinder dieser Welt.“ (Michael Jackson)

„Es ist ein Traum von mir, die Menschen auf der ganzen Welt durch Liebe und Musik zu vereinigen.“ (Michael Jackson)

Ich fasse nun zusammen:
Michael Jackson war ein Weltverbesserer, schon allein durch seine Art zu singen, zu tanzen und aufzutreten. Er wollte die Welt zum tanzen bringen, damit seine Kunst uns aufrüttelt, ermutigt und Hoffnung spendet. Die Mächtigen, welche durch ihre diabolischen Geschäfte überhaupt erst an die Weltmacht gelangt sind, schafften es nicht ihn unter Kontrolle zu bringen. Solange sie es versuchten erhob er sich konsequent couragiert. Es reifte der Wunsch in ihm, seine Erkenntnisse über die wahren Ziele unseres „Systems“ endlich unverschlüsselt mit uns und der ganzen Welt zu teilen. Es war klar, dass ihn nichts hätte aufhalten können, so wie er es auf seinem letzten Album „Invincible“ eindringlich angekündigt hat. Zu dessen Veröffentlichung wurde aus dem Hinterhalt versucht entsprechende Promotion zu verhindern. Michael sprach seit 2001 selbst von einer Verschwörung sein neues Album betreffend, wollte sich aber, der Gefahr bewusst, nicht konkreter dazu äußern. Die letzten Jahre sprach Michael immer wieder mit Freunden und Familienangehörigen über diese Wahrnehmung. Er war sich die ganze Zeit über bewusst, dass man ihm erneut, diesmal jedoch eine tödliche Falle stellen würde. 2009 wurde sein Comeback verhindert ……..

Erst stirbt der Künstler – dann die Kunst!
Erst verlieren wir die Kunst – dann unser Gefühl – und schließlich unser Leben!

„Du darfst nicht denken, Du musst fühlen!"(MJ zum Thema Tanz)

Es gibt keine Worte dafür was das erschütternde Schicksal Michael Jackson`s für uns Fans und die ganze Welt bedeutet und er wird uns weiterhin lebensbegleitendes Vorbild sein nach dem vermeintlich seinesgleichen bis in alle Ewigkeit vergeblich suchen wird. Gottseidank ist in jedem von uns ein bisschen Michael. Deshalb wird es in hundert Jahren nicht aufhören zu brennen!

youtube: Michael Jackson – The Passion (By Lock2Full)

Fußnote 2:
Auszug aus www.michaeljackson.com:

Michael Jackson wurde am 14. Juni in die Apollo Legends Hall of Fame des Apollo Theaters in Harlem, New York aufgenommen. 

Michael trat 1969 als 9-jähriger zum ersten Mal im legendären Apollo auf: mit den Jackson 5 gewann er damals die "Amateur Night", die übrigens noch immer stattfindet.


RE: Michael in der Apollo Legends Hall of Fame:

„Das New Yorker Apollo Theater und Michael Jackson sind Legenden in der Musikgeschichte der afroamerikanischen Popmusik. Dass das Apollo-Theater anlässlich seines 75. Geburtstages Michael Jackson nun zum zweiten Male in seine Hall Of Fame aufnehmen wird, ist die öffentliche Zuweisung eines Platzes in der Musikgeschichte als Solokünster, die ihm mehr als gebührt. Denn Michael Jackson hat Musikgeschichte geschrieben. Michael Jackson ist der global kommerziell erfolgreichste Musiker in der Geschichte des R&B, Souls und Popmusik. Michael Jackson überbrückte als Ausnahmekünstler mit seinem Lebenswerk Religionen, Rassen, Kulturen, Sprachen und Länder. Er verbindet die Menschen weltweit unter dem Banner der Humanität und Liebe. Die Liste seiner Rekorde ist lang: Er verkaufte mehr als 750 Million Alben; schrieb 18 Nummer-Eins-Hits, gewann 15 Grammy Awards und sein Album Thrillerverkaufte sich mehr als 18 Millionen mal.
Michael Jackson am 24.02.2002 bei seinem letzten öffentlichen Auftritt in den USA – im geschichtsträchtigen Apollo-Theater bei „A Night At The Apollo“. Bei seiner Showeinlage zeigte er neben Dangerous zwei weitere seiner Songs u.a. Black & White:
youtube: Michael Jackson Dangerous Performance ABS Apollo Theater 2002

Michael Jackson ist als Leadsänger der Jackson 5 schon in der Hall Of Fame des Apollo-Theaters gefunden. Es gab keine erfolgreichere Black-Music-Soul-Group in der amerikanischen Geschichte als die Jackson 5. Die Jackson 5vertreten dabei eine rockige Motown Soul-Variante. Eng verknüpft ist die Geschichte des Souls und der afroamerikanischen Popmusik auch heute noch mit dem Kampf der US-amerikanischen Bürgerrechtsbewegung gegen Rassentrennung und für Gleichberechtigung, dieses sollte man wissen.
Die Jackson 5 hatte in ihren frühen Anfängen von ihren Auftritten im Chitlin' Circuit, Chicago, die eine Verbindung zum Apollo-Theater in New York hatten, zahlreiche Bewunderer. Als Chiltin’ Circuit wurden sichere Auftrittsorte für schwarze Künstler während der Rassentrennung in den USA bezeichnet. Damit gehört Michael Jackson als Künstler noch einer Generation an, die Erfahrungen im weitläufigen Sinne mit der Rassentrennung in den USA machte, wie meine Generation noch die jüngste deutsche Vergangenheit gegenwärtig hatte.
Zu den Bewunderern der frühen Jackson 5 gehörten Sam & Dave, die der Gruppe zu einem Auftritt in einer der berühmten Nächte Amateur Night Competition verschafften. Bobby Schiffmann (80 Jahre alt), dessen Familie in den 60er Jahren das Apollo-Theater gehörte, erinnert sich an jenen heißen Augusttag, den 13.08.1967, an dem Joe Jackson die 5 Brüder in einen alten Volkswagen gepackt hatte und in Harlem ankam:

The Jackson 5 were wonderful. But Michael was the most wonderful. He was the most charming, lovable young man you could imagine. He would melt your heart. Everyone fell in love with him..
Diesen Talentwettbewerb “Superdogs” gewannen die Jackson 5 nicht nur, sondern sie beeindruckten auch die bekannte Motown-Musikerin Glayds Knight mit ihrer Band „The Pips“, die die Brüder an Motown Chef Berry Gordy weiter vermittelte. Obwohl jeder Erfolg in diesen Amateurwettbewerben zu Fernsehinterviews und einem Plattenvertrag bei Motown führte, konnten die Jackson 5 nicht einmal ihr Hotel und die Rückfahrt nach Gary bezahlen. Bobby Schiffmann erinnert sich: Wir unterzeichneten danach einen Vertrag, als Vorgruppe für 31 Musikshows in einer Woche für eine Gage von US-Dollar 1.000. Sie hatten die Optionen, für eine weitere Woche US Dollar 1.500 und US Dollar 2.500 für noch eine Woche zu verdienen. Dieses waren zu der damaligen Zeit gute Konditionen für eine noch unbekannte Gruppe. Als diese erste Woche vorüber war, wollten wir die Jackson 5 weiter engagieren, aber wir konnten sie nie wieder für einen Auftritt gewinnen.

Joe Jackson schaffte es nicht, James Brown sowie Sam & Dave zu überzeugen, seine Söhne in ihrem Vorprogramm auftreten zu lassen Doch der 9jährige Michael Jackson mochte das Apollo-Theater, verborgen hinter einem dicken braunen Bühnenvorhang beobachtete er aufmerksam die Motown-Größen, wie sein Vorbild James Brown, in den Motortown Revues um zu lernen. In den 1960er war das Apollo-Theater der Auftrittsort der Motown-Künstler. Daher war der rockige Soul-Sound der Jackson 5 von den großen Stars und Funk Bands des sehr einflussreichen afroamerikanischen Plattenlabels Motown Records beeinflusst. Dazu gehörten Sly & the Family Stone, The Isley Brothers, The Temptations, Soul Legende Marvin Gaye, die rock 'n' roll kid group The Teenagers und Soul Sänger wie Wilson Pickett, Jackie Wilson, der damals 11 jährige Little Stevie Wonder, Joe Tex und James Brown.

Nach seiner Trennung von den Jackson Five entfernte sich Michael Jackson auch vom rockigen Motown-Soul und verschrieb sich einer Mischung aus afroamerikanischer Popmusik und Soul (Kürzel R&B) mit späterer Übernahme von Elementen des Hip Hops. Mit der zweiten Ehrung von Michael Jackson in der Apollo Hall Of Fame wird auch ein außergewöhnlicher globaler afroamerikanischer Künstler geehrt, der wie kein anderer die Musikrichtung R&B geprägt hat.

Impressionen
  • In Erinnerung an Michael Jackson änderte das Apollo Theater im Juni 2009 zum ersten und einzigen Male in seiner Geschichte die Leuchtreklame – eine Seltenheit:
    youtube: In Memory of Michael Jackson (From the APOLLO Theater in New York)
  • Der Gewinner des Wettbewerbes „Star Of Tomorrow“ Jordan Jackson (5 Jahre) vom 24.03.2010 in der Apollo Amateur Nacht“
 youtube:Star of Tomorrow Winner: Jordan Jackson (3-24-10)
Zum Anlass der Ehrung von Michael Jackson erscheint auch bei uns in Deutschland (allerdings in englischer Sprache) das Buch “The Apollo Memorial" von Frederick Monderson. Die 20 Kapitel umfassende Retrospektive mit 219 Photos beschreibt das Lebenswerk von Michael Jackson und seine Bedeutung für die Musikgeschichte.
"Michael Jackson: The Apollo Memorial" von Frederick Monderson (ISBN: 978-0-615-33289-5 LCCN: 22009943114) ist bereits bei Amazon.de vorbestellbar. (Posted by gabun on Apr 11, 2010 at 3:29 nachmittags)
 
Marion

Weitere Fanbriefe von Marion:

Die WAHRHEIT ist beschämend!
 
Michael Jackson das Phänomen war seiner Zeit weit voraus

Die Herkunft der 3 Königskinder

Das Märchen von der Hautbleichung oder Dummheit ist Sünde

Die MöchtegernMichaelJacksons

*)
Anmerkung der Redaktion:
Es handelt sich bei diesem Beitrag um einen Fanbrief mit der persönlichen Meinung der Autorin.
Wir geben hier jedem die Möglichkeit, über Michael Jackson zu berichten, wie es jedem persönlich gefällt, unter Beachtung aller gesellschaftlichen Regeln.

30 Kommentare

Schreibe einen Kommentar

Pflichtfelder sind mit * markiert.