Wie fair sind die Zusatzbeiträge bei den Krankenkassen?

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Viele von uns haben schon ein Schreiben der Krankenkasse ihres Vertrauens bekommen mit der Zahlungsaufforderung den Zusatzbeitrag – und das oft noch rückwirkend zum 1.1.2010 – zu überweisen. Der Zusatzbeitrag bewegt sich zwischen 8,– Euro und 37,50 Euro monatlich. Kündigungen der Mitglieder gehen in unbekannter Höhe ein und viele boykottieren die Zahlungsaufforderung, was übrigens rechtliche Folgen haben kann.Die Telefone der Verbraucherzentralen laufen heiß.
 
Nicht wirklich nachvollziehbar sind für viele diese Zusatzbeiträge, haben doch die Krankenkassen im vergangenen Jahr einen Gewinn von mehr als einer Milliarde Euro eingefahren. Dagegen aber gibt es wiederum Schätzungen, dass die Kassen in diesem Jahr ein Minus von 4 Milliarden erwirtschaften könnten.
 
Und jetzt ist auch noch bekannt geworden, dass während die Versicherten zusätzlich zur Kasse gebeten werden, sich die Vorstände im vergangenen Jahr mehr Geld genehmigt haben (man gönnt sich ja sonst nichts).
 
Hier ein paar Beispiele, die in der Presse veröffentlicht wurden:
 
Der Vorstand der Techniker Krankenkasse soll im letzten Jahr ein Plus von 25.000,– Euro verbucht haben,
bei der DAK und der Barmer waren es wohl lediglich 4.000,– Euro.
Die AOK hat dafür Bonuszahlungen vergeben. Beim Chef der AOK Bayern sollen das 50.000,– Euro gewesen sein.
 
Übrigens: Im Januar diesen Jahres hatten die Verbraucherzentralen noch darauf hingewiesen, welch hoher Verwaltungsaufwand für die Zusatzbeiträge erforderlich wird. Denn dieser wird ja nicht von den Arbeitgebern einbehalten sondern direkt von den Versicherten gezahlt. Für Rentner in der Grundsicherung und Sozialhilfe-Empfänger wird der Beitrag nach dem momentanen Stand vom jeweilig zuständigen Amt bezahlt. Für Hartz IV Empfänger gilt ggf. die Härtefallregelung.***
 
***Angaben ohne Gewähr
 

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