Der Kenianer zur 1:2 Niederlage des FC Bayern München gegen Mainz 05 und darüber hinaus…

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München – Der Fußball-Bundesligist FC Bayern München ist vollkommend überraschend an Bundesliga-Aufsteiger und -Überflieger Mainz 05 gescheitert. In seinem Heimspiel verlor der große Favorit vor ausverkauftem Haus verdient mit 1:2 und wusste zum sechsten Mal in Folge in der noch jungen Bundesliga-Saison nicht zu überzeugen.

Bereits nach 15. Minuten musste Hans-Jörg Butt zum ersten Mal nach feinem Hackentrick durch den Deutsch-Tunesier Allagui hinter sich greifen. Einmal mehr begünstigte Philip Lahm mit falschem Stellungsspiel den Münchner Rückstand. Mit dem Pausenpfiff gab es dann doch noch Grund zum Jubel für die Fans des FC Bayern München. Ein Eigentor der Mainzer zum denkbar ungünstigsten Zeitpunkt ließ die Hoffnungen auf ein noch zu drehendes Spiel wieder erwecken.

Doch Szalai zerstörte in der 77. Minute sämtliche Münchner Träume. Nach dem neuerlichen Führungstreffer wusste der FC Bayern nichts mehr entgegenzusetzen und ergab sich dem Schicksal. Mainz 05 besiegelte die zweite Saisonniederlage des Meisters und schwimmt weiterhin selbst auf der Erfolgswelle mit weißer Weste.

Van Gaal bemühte sich im Vorfeld des Spiels, die Mainzer Erfolge kleinzureden. Es interessiere ihn nicht, so der Tulpengeneral, wer im September die Tabelle anführe. Es ist davon auszugehen, dass ihn das nicht interessierte, weil es Mainz 05 war, das von oben grüßte.

Hätte hingegen Schalke 04, Werder Bremen oder Bayer Leverkusen nach dem fünften Spieltag mit 15 Punkten dagestanden, hätte Herr van Gaal sicherlich ein gewisses Interesse an dieser Tatsache gefunden.

Erstaunlich ist weiterhin, dass van Gaal sich und seinem Team schon frühzeitig auf eine sechswöchige Durststrecke der Erfolgslosigkeit einschwörte, mit der Begründung, es seien zu viele WM-Fahrer beim FC Bayern unter Vertrag, und zudem zu erfolgreich gewesen, sodass eine Regeneration dieser Spieler bis zum Ligastart nicht stattfinden konnte. Mit derartigem Wissen mag der erfolgreiche Trainer sogar durchaus richtig liegen. Auch FC Chelsea, FC Arsenal, ManUnited, FC Valencia, Real Madrid, FC Barcelona und Inter Mailand – um nur ein paar wenige Vereine mit unzähligen WM-Fahrern zu nennen – haben in ihren heimischen Ligen ihre liebe Mühe mit ihren Gegnern, weisen negative Torverhältnisse auf und stehen entsprechend schlecht in der Gesamtklassifikation da.

Der FC Bayern München ist somit im internationalen Vergleich keine Ausnahme von der Regel, sondern die Regel selbst. Auch das ist nichts neues, man ist es geradezu von ihm gewohnt. Der FC Bayern München ist der Nabel der Welt. Man weiß das.

Was man bisher nicht wusste ist, dass sich sein Starensemble, das auf der seriösen Homepage von www.transfermarkt.de einen Kader-Gesamtmarktwert von aktuell 296.350.000 € ausweist (Stand: 25.09.2010 – 21:35 Uhr MEZ), im eigenen Stadion von einem Team, das – selbe Quelle, gleiches Datum, etwa identische Uhrzeit – einen Kader-Gesamtmarktwert von 45.400.000 € innehat, nach Strich und Faden vorführen lässt.

Es soll daran erinnert sein, dass es eines Eigentores durch Mainz bedurfte, um den FC Bayern München im Spiel zu halten. Wäre es nach dem sympathischen Schwaben-Trainer Tuchel gegangen, hätte der FC Bayern München ein um drei Tore schlechteres Torverhältnis, als es die Krombacher Spieltagstabelle jetzt zu präsentieren weiß.

Ganze acht Punkte sammelte der FC Bayern mühselig in sechs bisher absolvierten Partien, bei einem Torverhältnis von 5:6. Vorwürfe möchte man dem Stern des Südens hierbei aber keine machen. Robben ist nicht spielfähig, Ribéry ebenfalls nicht – *prust* -, zudem fiel kurzerhand noch Contento aus. Auch auf Sören Lerby musste van Gaal äußerst kurzfristig verzichten und konnte zeit- und fristgerecht keinen adäquaten Ersatz herbeischaffen.

Außerdem hießen die bisherigen Gegner Wolfsburg (H), Kaiserslautern (A), Bremen (H), Köln (H), Hoffenheim (A) und Mainz (H). Es waren folglich allesamt äußerst schwer zu spielende Gegner. Und auch noch dazu fast immer auswärts -*pruuust*-.

Wie man besser und darüber hinaus erfolgreicher spielt, zeigt Mainz. Und Dortmund. Und Hoffenheim. Und Leverkusen. Und Hannover. Und Freiburg. Und Hamburg. Wie man besser, aber weniger erfolgreich spielt, das zeigt St. Pauli. Und Kaiserslautern. Und Bremen. Und Frankfurt. Und Wolfsburg. Und Nürnberg. Und Köln. Und Gladbach. Und Schalke. Und Stuttgart. Allerdings können Kaiserslautern und Wolfsburg morgen noch den Beweis erbringen, dass sie ebenfalls in erster Gruppe gehören, der Besser-und-erfolgreicher-als-der-FC-Bayern-Spielenden.

Schon heute freue ich mich auf den Tag der Deutschen Einheit 2010, wenn im Signal Iduna Park beim FC Bayern alle Signale aus- und alle Energiespar-Alarmlampen angehen. Denn dann wird nicht Mainz 10 Punkte vor dem FC Bayern stehen, sondern Borussia Dortmund. Mainz wird dann 13 Punkte Vorsprung auf den FC Bayern haben, den das aber nicht zu stören braucht, schließlich interessiert es nicht nur, wer im September oben steht, sondern ebenso wenig, wer im Oktober von oben grüßt.

Der Kenianer

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