Do. Sep 23rd, 2021
Neu auf Sat 1: Rock statt Rente – Folge 1
 
Innerhalb von drei Monaten soll mit alten Menschen ein Chor mit dem Schwerpunkt Rockmusik gebildet werden, mit dem man auf die Bühne gehen und ein Konzert vor 50.000 Zuschauern in der Vetlins Arena (Arena auf Schalke) geben kann.
 
 
Chorleiter Carsten Gerlitz (43) will nicht nur das mit 25 Rentnern aus Berlin schaffen.
 
Doris Kübler, 85 Jahre alt, macht den Anfang. „Je älter man wird, desto langweiliger wird es“, findet sie, zumal viele in ihrem Alter schon gestorben sind.
Gerhard Vetter, 86 Jahre alt, lebt mit seiner Frau, die an Demenz erkrankt ist, gemeinsam im Pflegeheim und sitzt im Rollstuhl.
Wilhelm Tromm ist mit 95 Jahren der älteste im Bunde, lebt allein in seiner eigenen Wohnung, und bietet beim Vorsingen selbstbewusst „Armer Gigolo“ dar. Er liebt das Leben und schaut nur nach vorn, meint er. Früher war er Hotel- und Restaurantbesitzer auf Teneriffa und freut sich jetzt auf eine neue Aufgabe.
Hans-Dieter ist mit Mitte siebzig einer der Jüngsten im künftigen Chor und lebt seit dem Tod seiner Frau im Heim.
Carma Parrish (79) meint, „Man hat´s oder man hat´s nicht!“ Vor 45 Jahren hatten sie versucht, ihre musikalische Karriere zu starten, was nicht wirklich funktioniert hatte.
 
Viele alte Lieder sind beim Vorsingen zu hören, wie zum Beispiel „Am Brunnen vor dem Tore“, allerdings – ab jetzt soll es rockig und englisch werden.
 
„Highway to Hell“, das ist teils überraschend, aber überwiegend etwas zum Mitmachen, jedenfalls für Hans-Dieter Wolf (72), für den Bewegung das halbe Leben ist. Die meisten Erinnerungsstücke an frühere Zeiten hat er verbrannt, um nicht an seine zahlreichen Schicksalsschläge erinnert zu werden.
Und es wird begonnen zu üben, mit kleinen Schwierigkeiten – aus „Hell“ wurde schon mal „Helz“ gemacht, aber es lässt sich ja alles lernen. „Wir alten Knochen, wir leben noch und das ist schön“. Carma kommt gar nicht vom Klavier weg und wird schon als „Rampensau“ bezeichnet.
 
Nach der ersten Probe ziehen Wilhelm und Alois noch um die Häuser und besuchen eine Rockerkneipe. Sie mischen sich unters Volk, erzählen von ihrem Rock-Chor-Projekt und singen gemeinsam mit ein paar Rockern „Highway to Hell“.
 
Am zweiten Probentag mit insgesamt 2.203 Lebensjahren im Chor, wird über den Titel nachgedacht: „Highway to hell, die Straße, die zur Hölle läuft, da sollte man sich vorsichtig verhalten, dass man nicht abrutscht.“
Sopran, Alt, Tenor und Bass, danach wird erst einmal sortiert und ein paar Stimmübungen absolviert. Während Hans-Dieter etwas sehr lautstark singt und meint, man ist ja zum lernen hier, ist sein Nachbar Wolfgang von ihm etwas genervt.
 
Der englische Text wird verteilt, für die einen kein Problem, während andere kaum oder keine Englischkenntnisse haben. Die 79jährige Evelyn stößt sehr schnell an ihre Grenzen, sie ist „da so wat von doof“, meint sie, aber der Chorleiter kann sie beruhigen. Nur der Refrain wird vom ganzen Chor gesungen.
 
Es verlief nicht ganz so, wie Carsten Gerlitz es sich gewünscht und vorgestellt hätte.
 
Für jeden gibt es eine CD mit der jeweiligen Tonlage, etwas schwierig für Magda (89), die keinen CD-Player hat. So kommt es, dass Doris und Magda erst einmal am Alex shoppen gehen, um ein „einfaches Gerät“ zu erwerben, in das man eine „CD reinschieben und anhören kann“, so der Wunsch der Damen.
Am Wochenende kann damit gerockt und geübt werden.
 
Der nächste Probentag kann kommen. Nicht pünktlich gekommen sind Doris und Magda („der Taxifahrer war zu trödelig, an uns hat´s nicht gelegen“), die 94jährige Charlotte musste ganz aussteigen, es ist ihr zu anstrengend. Schon nach so kurzer Zeit wird sie vermisst.
Nun müssen Soloparts festgelegt werden, Carma rockt gleich die nicht vorhandene Bühne, Mohamed war schon von Anfang an passend für den Chorleiter.
 
„Highway to Hell“ hat relativ wenig Text und so es geht zu den Ärzten: „Hurra“. Rhythmisch, kompliziert, sehr viel Text und sehr schnell, bezeichnet der Chorleiter den Song.
„Diese Musik, die sagt mit nichts, die hat nicht richtig Rhythmus“ denkt Evelyn. Kritik und Ablehnung von Carma zum Song.
 
„Die ersten Proben waren schon Chaos“, zieht der Chorleiter Bilanz. Alle müssen mitziehen und mitmachen, denn es sind nur drei Monate Zeit.

Von Astera

Ein Gedanke zu „Rock statt Rente: Erster Song „Highway to Hell““
  1. Die Sendung „Rock statt Rente“ finde ich wirklich ganz großartig! In dem Senioren Forum , welches ich häufig besuche, sind auch alle ganz begeistert! Und jetzt soll die Band ja vielleicht sogar mit der Band PUR auf der Bühne stehen, in der Schalke-Arena. Das ist echt der Wahnsinn!

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